Erbach baut aufs Kernhäusle

Seit 20 Jahren kümmert sich das Erbacher "Kernhäusle" um Grundschulkinder - als eine der ersten Einrichtungen im Kreis. Räumlich ist die Kernzeitbetreuung an ihre Grenzen gestoßen und in Container umgezogen.

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Eingespieltes Team: Rita Brand (vorne) und Sonja Gühl führen die Kinder auf dem Weg in die Schulmensa hinaus.  Foto: 

Rita Brand und Sonja Gühl sitzen in ihrem Containerbüro auf dem Hartplatz des Erbacher Schulzentrums. Sie gehören zum Leitungsteam der Kernzeitbetreuung "Kerni" und warten auf den Mittags-Ansturm. Kinder strömen herein, verstauen Ranzen, besetzen Poolbillard oder Tischkicker, spielen oder lümmeln in der Ecke.

Mit Abstand geht es in zwei Gruppen in die Schulmensa. Ab 14 Uhr werden Hausaufgaben gemacht, um 15.30 Uhr ist Schluss damit. "Da ist es genug Schule für alle", sagt Brand. In kleinerer Runde - einige werden früher abgeholt - klingt der Tag bei Kuchen und Kaba aus. Um 17 Uhr werden die Letzten aus der Obhut entlassen. "Was, jetzt schon?", heiße es da mitunter.

Das "Kernhäusle" wurde am 13. März 1996 von elf Eltern im Silchersaal als Elternverein gegründet. Daniela Pfaue hatte die Idee für die Betreuung von Grundschulkindern, bei denen beide Eltern berufstätig sind. Sie wurde zur Vorsitzenden gewählt, Detlev Jahn zum Stellvertreter, Claudia Walser zur Kassiererin de. Mit 15 Kindern wurde im Herbst begonnen, zwei Betreuerinnen wechselten sich von 7.15 Uhr bis 13 Uhr ab. 10 Mark Jahresbeitrag kostete der Verein, 60 Mark im Monat die Betreuung. Inzwischen richten sich die Gebühren nach den jeweiligen Betreuungszeiten. Kontinuierlich steigen die Zahlen: 1997 waren es schon 37 Kinder, inzwischen sind es 76, die von zehn Kräften betreut werden. Seit zehn Jahren gibt es unter dem Dach des Vereins auch in Ringingen ein "Kernstüble".

Untergebracht war das "Kernhäusle" bis vor kurzem in der früheren Hausmeisterwohnung der Schule. Im Januar ist das "Kerni" aus der engen Wohnung in Container umgezogen. "Da haben wir einen wahren Schatz gehoben", sagt Gühl. Die Container, in denen schon andere Kindergärten bei Sanierungen unterkamen, bieten mit 200 Quadratmetern mehr als doppelt so viel Platz wie bisher. Besonders froh seien sie über den eingezäunten Hartplatz. Hier könnten sie die Kinder "auch mal springen lassen". Die Hausmeisterwohnung hat demgegenüber kaum Garten zu bieten. "Die Kinder haben die Container sofort angenommen", sagt Brand. Dass die Schillerschule ab Herbst eine Ganztagsgrundschule einrichten wird, brachte das Team zunächst ins Grübeln. Damit falle die Mittagsbetreuung bis auf Freitag weg und damit ein Landeszuschuss von 30.000 Euro jährlich. Doch es habe sich ein guter Kompromiss ergeben aus Randzeiten, dem Freitagnachmittag und Kindern, die nicht am Ganztagsunterricht teilnehmen. Grundsätzlich Sorgen müsse sich der Verein nicht machen, wer im Kindergarten eine Betreuung genossen hat, baue auch später darauf. Das zeige die steigende Zahl besonders seit 2011.

Bürgermeister Achim Gaus steht hinter dem "Kernhäusle". Die Stadt plant, einen Neubau zu errichten, daran werde nicht gerüttelt. "Das ,Kerni' ist ein gewachsenes System, das wir nicht missen möchten." Dieses übernehme auch künftig Betreuungsaufgaben der Kommune. Dafür gibt es 22.400 Euro Jahreszuschuss. Besonders hat er Achtung vor der Initiative der Eltern: "Wenn ich sehe, über welchen Zeitraum eigenverantwortlich ohne große Ansprüche gearbeitet wird, bin ich immer wieder von den Socken."

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