Ein Leben lang Geschäftsfrau: Anna Metzger wird 90

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„Ha ja, man kennt sich“, sagt Anna Metzger, und ihre Augen blitzen. Bis vor wenigen Jahren stand sie täglich im Spiel- und Schreibwarenladen mitten in Langenau. Kein Wunder, dass sie auf ihren Spaziergängen in der Stadt stets Bekannte trifft. Am Mittwoch feiert sie ihren 90. Geburtstag.

Geboren wurde sie zwar in Kulmbach. Aber ihr Vater, Elektrikermeister bei Siemens, stammte aus Langenau. Er zog mit Frau und Kindern in die Heimat. Er eröffnete dort ein  Elektrogeschäft, nachdem die ländlichen Gemeinden um Langenau herum an die Stromversorgung angeschlossen worden waren. Die Familie wohnte auf dem Burghof.

Anna Metzger besuchte in Langenau die Oberschule für Jungen. „Wir waren vielleicht drei Mädchen in der Klasse.“ Sie absolvierte die Handelsschule, war im väterlichen Betrieb für die Buchhaltung zuständig. Die erledigte sie nach Heirat mit Paul Metzger auch im Geschäft in der Hindenburgstraße. Die Familie wohnte zunächst überm Laden. Das war praktisch. Anna Metzger, Mutter von drei Kindern, kümmerte sich ums Büro, half beim Verkauf, dekorierte das Schaufenster.  Letztlich war der Verkehr daran schuld, dass sie Anfang der 70er Jahre in die neue Siedlung, in die Beethovenstraße, zogen. Vor allem ihr Mann hatte darunter gelitten, dass morgens um 4 Uhr die Kieslaster durch die Stadt donnerten. Die Küche über dem Laden behielten sie bei, dort traf sich noch viele Jahre lang die Familie zum Mittagessen.

Diesen Juni starb ihr Mann im Alter von 94 Jahren. Anna Metzger ist dankbar, „dass wir so lange Tag und Nacht zusammen waren“. Das Alter sei zwar „scho a bissle a  Herausforderung“, aber jammern ist nicht ihre Sache. Bis vor sechs Jahren war sie täglich im Laden anzutreffen. Sie ist nach wie vor am aktuellen Geschehen interessiert. Die Zeitung liest sie gründlich, informiert sich über Wirtschaftsthemen: „Einmal Geschäftsfrau, immer Geschäftsfrau.“ Ihre drei Kinder leben in Langenau und in der Region. Fünf Enkel und zwei Urenkel sind in alle Winde zerstreut. Metzger freut sich, dass eine Betreuerin bei ihr lebt. „Wenn man alleine ist, fehlt die geistige Anregung.“ Zudem hat sie eine Begleitung auf Spaziergängen.

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