Einigung bei Surteco

Nach mehreren Verhandlungsrunden haben Vertreter der Gewerkschaft Verdi und der Surteco-Geschäftsleitung eine Einigung erzielt. Vom neuen Sozialtarifvertrag profitieren jetzt auch die jüngeren Mitarbeiter.

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Nachdem am Donnerstagabend die zehnköpfige Tarifkommission von Surteco-Mitarbeitern zugestimmt hat, wird jetzt ein neuer Sozialtarifvertrag für die Laichinger Beschäftigen unterschrieben. Wegen der zuerst ausgehandelten Bedingungen in einem Sozialplan war es zu großem Unmut unter der Belegschaft gekommen, vor allem jüngere Mitarbeiter beklagten einen ihrer Meinung nach schlechten Abschluss. Der Verhandlungsführer der Gewerkschaft Verdi, Gewerkschaftssekretär Gerhard Vohs, ist zufrieden mit den neu ausgehandelten Bedingungen, vor allem jüngere Mitarbeiter würden mehr profitieren als früher. Dies zeige sich nicht zuletzt bei den Abfindungszahlungen. Aber auch ältere Mitarbeiter kämen jetzt in den Genuss einer guten Altersteilzeitregelung, so der Gewerkschafter. Zufrieden mit dem Ergebnis ist auch die Geschäftsleitung von Surteco, das die frühere Firma Süddekor aufgekauft hatte "Der Abschluss ist eine Verbesserung für die Mitarbeiter und für das Unternehmen noch tragbar", betonte Gereon Schäfer vom Vorstand der Surteco SE.

Vohs will zwar wegen des neuen Tarifvertrages ein "leichtes Grummeln" bei vor allem älteren Mitarbeitern vernommen haben dennoch geht er davon aus, dass er von weiten Teilen der Belegschaft akzeptiert wird. In diesem Tarifvertrag sind weitere wichtige Punkte verhandelt worden: Für die verbleibenden 100 bis 120 Beschäftigen im Werk I (nur noch Lager und Logistik) und im Werk II gebe es quasi eine Beschäftigungssicherheit bis Ende 2017, sagt Vohs. Denn sollten in beiden Werken vorher betriebsbedingte Kündigungen ausgesprochen werden, gelte für die Gekündigten der jetzt ausgehandelte Sozialtarifvertrag.

Für alle Laichinger Surteco-Mitarbeiter, die ins Stammwerk nach Buttenwiesen wechseln, ist eine Übergangsregelung vereinbart worden, die den Laichinger Mitarbeitern Vorteile gegenüber den Buttenwieser Mitarbeitern zusichert. Denn in Laichingen gilt die 35-Stunden-Woche, in Buttenwiesen die 40-Stunden-Woche. Die Laichinger Mitarbeiter erhalten für die fünf Mehrstunden für ein Jahr lang einen Überstundenzuschlag, danach wird über einen Zeitraum von eineinhalb Jahren der Lohn in kleinen Schritten immer weiter gesenkt, bis er auf dem Niveau der Buttenwieser Mitarbeiter angelangt ist.

Was die Altersteilzeit anbelangt, haben sich beide Parteien auf folgende Lösung geeinigt. Die Altersteilzeit läuft bis zu sechs Jahre, in diesem Zeitraum erhalten ältere Arbeitnehmer 80 Prozent ihres Lohnes. Gesetzlich vorgeschrieben sind 70 Prozent. Wer also mit 57 Jahren in Altersteilzeit geht, arbeitet bis 60 und erhält bis zum 63. Lebensjahr 80 Prozent seines Gehalts. Danach ist er im Ruhestand.

Verbesserungen gab es laut Vohs auch bei den Abfindungen. In früheren Verhandlungen waren als kleinster Teiler bei der Berechnung 0,5 Monatsgehälter multipliziert mit der Betriebszugehörigkeit vereinbart worden, jetzt sind es 0,75 Prozent für Beschäftigte unter 30 Jahren. Wer also unter 30 Jahre alt ist, und seit zehn Jahren im Betrieb beschäftigt ist, bekommt jetzt eine Abfindung von 7500 Euro statt der früher vereinbarten 5000 Euro. Mitarbeiter zwischen 30 bis 39 Jahren erhalten 0,9 Monatsgehälter multipliziert mit den Jahren der Zugehörigkeit, bei 50- bis 59-Jährigen sind es 1,2 Monatsgehälter. Die über 60-Jährigen kommen nur noch auf 0,6 Monatsgehälter mulipliziert mit der Betriebszugehörigkeit.

Für Vohs ist klar, dass die Gewerkschaft nach der Zustimmung durch die Tarifkommission den Sozialtarfivertrag unterzeichnen wird, gleiches gilt für die Geschäftsführung. Schäfer glaubt nicht, dass die anfangs ungleiche Bezahlung der Mitarbeiter bei den Buttenwieser Beschäftigten zu Unmut führen wird. Bei einer früheren Zusammenlegung seien sie diejenigen gewesen, die ihrerseits davon profitiert hätten. Er bestätigte in diesem Zusammenhang den Zeitplan für den Umzug nach Buttenwiesen. Dieser soll für weite Teile von Werk I bis zum Jahresende erfolgt sein.

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