Leuchtturmprojekt „Wohnen und Leben am Burgplatz“ in Bernstadt

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Rund um den Burgplatz soll in Bernstadt für rund neun Millionen Euro eine neue Dorfmitte entstehen: unter anderem mit Gemeindeverwaltung, Arzt, Apotheke, Geschäften, Nachbarschaftshilfe, Tagespflege und altersgerechten Wohnungen.  Foto: 

Aktiv werden statt abwarten, Zukunft gestalten. Das ist das Credo des Bernstadter Bürgermeisters Oliver Sühring, wenn es um die Weiterentwicklung der Gemeinde geht. Besonders im Bereich Pflege und Betreuung entsteht derzeit Großes im Ort: „Leben und Wohnen am Burgplatz“ hat Sühring ein Leuchtturmprojekt überschrieben, für das Investoren und Kommune beispielhaft Quartiersentwicklung betreiben.

Auf dem Gelände einer ehemaligen landwirtschaftlichen Hofstelle in der Bürggasse 21, bei der Lambertuskirche, soll bis Ende 2019 eine neue Dorfmitte mit kommunaler Infrastruktur, medizinischer Grundversorgung, Gewerbe und Handel, nachhaltigen Pflege- und Betreuungsangeboten sowie altersgerechten Wohnungen entstehen. 1,8 Millionen des rund neun Millionen Euro teuren Gesamtkonzepts trägt die Gemeinde; 511 000 Euro Zuschuss aus dem Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum und 250.000 Euro dem Ausgleichstock des Landes machen das Mammutvorhaben finanzierbar. Noch im Juli will die Gemeinde den Bauantrag für die Neugestaltung und Bebauung des Burgplatzes stellen. Der Rückhalt aus der Bevölkerung ist groß. Auch weil Sühring von Anfang an auf eine intensive Beteiligung gesetzt hat. „Unsere Bürger sind das tragende Fundament unserer Gemeinde“, sagt er.

Etwa 200 Teilnehmer kamen zu einem Informationsabend im vergangenen Jahr, mehr als 300 zum Bürgerdialog „Leben und Wohnen am Burgplatz“ in der vergangenen Woche. Knapp 100 Anregungen erreichten das Rathaus-Team in der Folge – und was Sühring besonders freut: „Es war keine einzige negative Stimme dabei.“

Was auf dem und rund um den Burgplatz entstehen soll, sieht der Bürgermeister als „Projekt von Bernstadtern für Bernstadter“. Neben barrierefrei erreichbaren Verwaltungsräumen, einem multifunktionalen Bürgersaal und Räumlichkeiten für die Nachbarschaftshilfe werden hier eine Vielzahl von Elementen rund um das Themenspektrum Pflege und Betreuung entstehen, damit Senioren in ihrer Gemeinde versorgt sind. So wird der Arbeiter-Samariter-Bund als Partner neben einer Tagespflege mit 15 Plätzen auch eine ambulant betreute Wohngemeinschaft für 12 Personen einrichten. Angeschlossen sind 16 altengerechte Wohnungen, zwischen 50 bis knapp 90 Quadratmeter groß. Eine Arztpraxis will sich am Burgplatz niederlassen, auch wechselt die Bernstadter Filiale der Sparkasse Ulm von der Platzgasse in die neue Ortsmitte. „Das Areal soll ein Treffpunkt der Generationen werden“, sagt Sühring. Die Schüler der nahegelegenen Grundschule sollen hier mit älteren Bernstadtern zum Mittagstisch zusammenkommen, eine als „Haus im Haus“ gestaltete Maisonette-Wohnung mit 155 Qua­dratmetern und Garten soll junge Familien ansprechen. „Jetzt habe ich keine Angst mehr, in Bernstadt alt zu werden“, habe eine ältere Bürgerin nach dem Bürgerdialog zum ihm gesagt, erzählt Sühring. „Sätze wie dieser motivieren einen ungemein.“

Konzept Auf dem Burgplatz geplant sind: barrierefreie Gemeindeverwaltung, barrierefreier, multifunktionaler Bürgersaal, unter anderem für einen Mittagstisch für Grundschüler und Senioren, Nachbarschaftshilfebüro. Medizinische Grundversorgung: Arztpraxis und Apotheke, Tagespflege, ambulante Pflegedienstleistung, Pflegewohngruppe. Barrierefreier Wohnraum: altersgerechtes Wohnen, Seniorenwohngruppen, generationendurchgängiges Wohnen. Sparkassenfiliale und Geschäfte.

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