Ein Haus mit Flair

Nach langer Suche ist es beschlossene Sache: Die denkmalgeschützte Zehntscheuer wird zum Dorfgemeinschaftshaus in Tomerdingen umgebaut.

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So soll die Tomerdinger Zehntscheuer nach dem Umbau zum Dorfgemeinschaftshaus aussehen. Animation: Architekturbüro Gebhardt

Schon 2012 wurden die Bürger des Dornstadter Teilorts Tomerdingen (1700 Einwohner) aufgerufen, sich mit Ideen an einem Konzept für ein Gemeinschaftshaus zu beteiligen. In der Ortsmitte sollte es sein und groß genug, um eine Bankfiliale, die Ortsverwaltung und einen Versammlungsraum zu beherbergen. Das Grundstück des alten Rathauses, in dem zeitweise die Vereine unterkamen und das abbruchreif ist, erwies sich für einen Neubau und eine ausreichende Zahl von Parkplätzen als zu klein. Und das favorisierte Grundstück in der Martinusstraße neben der Kirche konnte nicht erworben werden.

Jetzt, zwei Jahre später, wurden dem Dornstadter Gemeinderat zwei mögliche Objekte zur Abstimmung vorgelegt: Das Raiba-Grundstück in der Wannenmacherstraße 20 und der Zehntstadel in der Ortsmitte. Ersteres hätte den Nachteil, dass nach Erwerb die beiden bestehenden Gebäude komplett abgerissen werden müssten. Zur Überprüfung, ob die Variante der Zehntscheuer, die der Gemeinde gehört, überhaupt zu realisieren ist, schaltete sie das Architekturbüro Gebhardt (Blaubeuren) ein. Durch die Sanierung des Spitals und des Kleinen Großen Hauses in Blaubeuren hat das Büro Erfahrung mit denkmalgeschützten Gebäuden. "Die Zehntscheuer ist ein Haus mit Flair und einem wahnsinnigen Gebäudevolumen", sagte Markus Gebhardt am Donnerstag im Gemeinderat. Nach seinen Entwürfen sind im Erdgeschoss die Bank-Filiale und die Ortsverwaltung untergebracht, das Obergeschoss mit Flächen von bis zu 140 Quadratmetern könnte von Vereinen, kirchlichen Gruppen und für Veranstaltungen genutzt werden.

Einziger Nachteil: die Kosten, die sich nach einer Schätzung auf 2,73 Millionen Euro belaufen. Trotzdem hat der Gemeinderat die Umnutzung der Zehntscheuer zum Gemeinschaftshaus fast einstimmig beschlossen. "Es ist zwar teurer als gedacht", sagte Bürgermeister Rainer Braig, "aber das war jetzt unser letzter Baustein." Das Haus sei denkmalgeschützt und hervorragend erhalten. Bis Ende Oktober muss für die Finanzierung ein Zuschussantrag gestellt werden, gerechnet wird dabei mit einem sechsstelligen Betrag. Die Bauzeit wird dann nach Gebhardts Berechnungen rund zwei Jahre dauern. "Und dann wird es ein Haus, wo der Bürger sich wohl fühlt. Das wird ein Selbstläufer", prophezeite der Tomerdinger Ortsvorsteher Paul Sauter.

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