Ehrenstein und Klingenstein sollen vor Hochwasser geschützt werden

Kommt es zu einem 100-jährlichen Hochwasser, werden große Teile von Blaustein überschwemmt. Nun laufen die Planungen an, wie das verhindert werden kann. Am Freitag wird das Projekt im Rathaus vorgestellt.

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  • 1998 war aus dem Tal zwischen Blaustein und Blaubeuren eine Seenlandschaft geworden. Die Schwäne schien das nicht zu stören. 1/2
    1998 war aus dem Tal zwischen Blaustein und Blaubeuren eine Seenlandschaft geworden. Die Schwäne schien das nicht zu stören. Foto: 
  • Hochwassergefahrenkarte für Blaustein 2/2
    Hochwassergefahrenkarte für Blaustein Foto: 
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1988 zeigte die Blau letztmals, welche Wassermassen sie freisetzen kann: Damals waren in Ehren- und in Klingenstein Straßen überflutet, Keller liefen voll, Feuerwehr und viele andere Helfer schichteten pausenlos Sandsäcke, um dem Wasser Einhalt zu gebieten. Dieses Hochwasser von 1988 gilt als so genanntes 100-jährliches Hochwasser, was nichts anderes heißt, als dass ein solches statistisch gesehen alle 100 Jahre einmal vorkommt. Damit ein solches in Zukunft nicht mehr so großen Schaden anrichten kann, geht die Stadt Blaustein nun gemeinsam mit dem Regierungspräsidium Tübingen den Hochwasserschutz an. Dazu wurde eine Vereinbarung über das weitere Vorgehen getroffen, die der Ausschuss für Umwelt und Technik am Dienstag abgesegnet hat.

Basis für den Hochwasserschutz ist die Hochwassergefahrenkarte, die das Regierungspräsidium im Auftrag des Landes für die Blau erstellt hat (siehe Info-Kasten). Darauf ist gut zu sehen, wie groß die Überschwemmungsflächen zwischen dem Mühlenwehr am Beginn des Blaukanals bis zur Ottostraße sind. „Das trifft allerdings nur so zu, wenn keinerlei Vorkehrungen getroffen werden, wie etwa Sandsäcke zu stapeln“, sagte Elke Bossert, Umweltbeauftragte der Stadt. Ziel des Hochwasserschutzes sei ganz klar, der Schutz des Bestandes, von Häusern und Straßen, erklärte sie. Sie wies auch darauf hin, dass es entlang der Blau zahlreiche Areale gebe, die nicht hochwassergefährdet sind, weil die Grundstücke bereits vor der Bebauung entsprechend aufgeschüttet wurden. „Wie Inseln“, sagte Bossert. Das trifft unter anderem auf das Areal rund um das Stadion im Lix-Gebiet zu.

Zum Schutz der gefährdeten Gebiete werde nun gemeinsam mit den Zuständigen des Regierungspräsidiums überlegt, wo etwa Dämme und Mauern sinnvoll sind, wo mobile Steckelemente gegen Hochwasser eingesetzt werden könnten, wo Wege und Straßen höher gelegt werden müssen. „Diese Planung läuft im Moment“, betonte Bossert. Auch die Retentionsflächen für das Wasser würden nochmals genau untersucht. Das sei unter anderem wichtig, um die Entwicklung der Stadt nicht allzu sehr einzuschränken, sagte Stadtbaumeister Joachim Müller. Konkret stehe im Moment noch nichts fest, daher könne man auch noch keine Kosten nennen. Klar sei allerdings, dass sich die Stadt Blaustein daran mit 30 Prozent beteiligen müsse, den Rest trägt das Land, sagte Elke Bossert: „Das macht auch Sinn, denn wir haben ja auch was davon.“ Der Zeitplan sieht folgendermaßen aus: In diesem Jahr wird die Planung der Maßnahmen vorangetrieben, im kommenden Jahr steht das Planfeststellungsverfahren an. Mit der Umsetzung werde voraussichtlich im Jahr 2018 begonnen.

Um die Bürger in die Planung des Hochwasserschutzes in Blaustein einzubeziehen, findet am Freitag, von 14 bis 16 Uhr im Rathaus-Foyer ein Info-Veranstaltung statt.

Hochwassergefahrenkarten für Baden-Württemberg

Für alle „relevanten Gewässer“, wie es auf der Internetseite des Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg heißt, hat das Land so genannte Hochwassergefahrenkarten erstellt. In Zusammenarbeit mit den Kommunen haben die zuständigen Regierungspräsidien für rund 11 000 Gewässer diese Karten erarbeitet. Darin werden Informationen über die mögliche Ausdehnung und Tiefe einer Überflutung durch ein 10-jährliches, 50-jährliches, 100-jährliches Hochwasserer dargestellt. Auf Grundlage dieser Informationen können laut Ministerium nun „Maßnahmen der Gefahrenabwehr und des Katastrophenschutzes“ erarbeitet werden und zudem die Bürger unterstützt werden, die eigene Schutzvorkehrungen planen.

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