Donauriedener fordern raschen Hochwasserschutz

Vom Hochwasser betroffene Bürger Donauriedens fordern ein konsequentes Ausräumen des Dorfbachs – ohne Einmischung des Naturschutzes.

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Hartmut Nothelfer hat genug vom Hochwasser. Bei einem Platzregen Ende Mai war ihm das Wasser in den Keller gelaufen; nun ist er stinksauer, weil die Stadt Erbach keine Vorkehrungen treffe, um die Donauriedener vor Hochwasser zu schützen. Zum Beispiel gehöre der Dorfbach „gnadenlos ausgeräumt“, ohne Einmischung des Naturschutzes, forderte er in der jüngsten Sitzung des Ortschaftsrats. „Wir sind doch nicht in Brasilien und brauchen einen Regenwald“, schimpfte Nothelfer, der früher selbst dem Ortschaftsrat angehörte.

In erster Linie habe der Bach Wasser zu sammeln und zügig abzuleiten. Zugestehen will Nothelfer nur, dass die Arbeiten im Winter ausgeführt werden, wenn die Natur ruht, und dass abschnittsweise vorgegangen wird. Jedoch müssten alle schwerwiegenden Missstände sofort behoben werden. Nothelfer sieht bei vom Hochwasser betroffenen Bürgern, Vereinen, Landwirten und der BI „Lebenswertes Donaurieden“ große Bereitschaft mitanzupacken. Jetzt müssten die Arbeiten festgelegt und vorbereitet, bei Frost dann umgesetzt werden. Etliche in der Sitzung anwesende Bürger pflichteten Nothelfer lebhaft bei. Ortschaftsrat Tobias Schwetlik sieht außer am Dorfbach an den Feldgräben Handlungsbedarf. Die Gräben „waren komplett zu“, sagte er und verlangte, dass alle Gräben wieder in Funktion gesetzt werden.

Ortsvorsteher Werner-Josef Ströbele versicherte, dass Begehungen mit Fachleuten bereits stattgefunden hätten. Dabei seien verschiedene Mängel angesprochen worden, zum Beispiel das Pflügen eines Landwirts bis an die privaten Grundstücke. Der vorige Pächter habe noch einen mehrere Meter breiten Grünstreifen stehen gelassen. Nun fließe Oberflächenwasser vom Feld direkt in die Gärten. Kritik gab es auch für am Bachufer gelagertes Brennholz, das mitgeschwemmt worden sei und zum Aufstauen geführt habe.

Ferner sprach Ströbele einen von einem Landwirt zerstörten Brückendurchlass an und widerrechtlich angelegte Einbauten. Ein großes Problem besteht dem Ortsvorsteher zufolge darin, dass für die meisten Schutzvorkehrungen privater Grund in Anspruch genommen werden müsse. Für Nothelfer kein Hindernis: Andernorts hätten Kommunen umfangreiche Schutzmaßnahmen umgesetzt. „Dann geht das auch in Donaurieden. Man muss nur mit den Leuten schwätzen.“

Ströbele versicherte, bei der Stadtverwaltung weiter nachzuhaken.

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