Digitale Gefahr in Kinderhänden

Über die zahlreichen Risiken bei der Nutzung von Smartphones hat Markus Greski von der Polizei Ulm informiert. Da die Geräte alles andere als harmlos seien, gehörten sie nicht immer in Kinderhände.

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94 Prozent aller 12- bis 19-Jährigen besitzen laut dem Medienpädagogischen Forschungsverbund Südwest ein Smartphone. Während zu Beginn des Computerzeitalters meist nur ein PC pro Haushalt zur Verfügung stand und somit die Mediennutzung der Kinder noch leicht zu kontrollieren war, ist dies heutzutage nicht mehr ganz so einfach. Denn dank moderner Smartphones und Flatrate-Tarifen oder WLAN ist es immer und überall möglich, "mal schnell ins Internet zu gehen" oder Freunde kostenfrei via Facebook oder Textnachricht zu kontaktieren - auch nachts im Kinderzimmer oder vormittags während des Schulunterrichts.

Da dies den Eltern meist genauso wenig bewusst ist wie die Tatsache, dass ihre Kinder dank der digitalen Welt im Kleinformat stets auf alle Internetinhalte zugreifen können, möchte Markus Greski vom Polizeipräsidium Ulm die Eltern aufklären. Dazu war der Polizeikommissar zu Gast in Dietenheim.

Den Fokus seines Vortrages legte der 47-jährige dabei auf den Messengerdienst "WhatsApp" und das Thema Handyspiele. Beides kann für Kinder und Jugendliche schnell zur Gefahr werden. "In diesen Bereichen steigt der Anteil an pornografischen und gewaltverherrlichenden Inhalten Tag für Tag", erklärt Greski. Das Erschreckende für ihn sei dabei aber, dass es für die Kinder und Jugendlichen immer normaler werde. So sei es bei vielen an der Tagesordnung, Schlägervideos oder Nacktbilder aufzunehmen und im Internet zu verbreiten, die Hemmschwelle werde immer niedriger.

Das Problem: Sobald Inhalte online publiziert werden, sind diese nicht mehr steuerbar. Denn ob und wie viele Nutzer die hochgeladenen Bilder, Videos oder Texte "liken" und verbreiten kann der Einstellende nicht mehr beeinflussen. Oft werden die denunzierten Darsteller später zu ungewollten "Internetstars".

Dass sich die Verbreiter der Inhalte dabei strafbar machen, scheint keine Rolle zu spielen, für den Großteil steht der Spaß und die Unterhaltung an erster Stelle. Dies ist wohl auch der Grund dafür, dass immer mehr Kinder und Jugendliche gewaltverherrlichende und kriegerische Spiele "daddeln" - das Prügeln und Töten von Menschen werde dadurch "ganz normal", sagte Greski. "Auch auf den ersten Blick harmlosere Strategiespiele wie ,Clash of Clans oder ,Candy Crush Saga bergen enorme Risiken", fügte der Polizeikommissar hinzu.

Letztlich werde aus den Spielen durch die so genannten Ingame-Käufe und dem raffinierten Aufbau oft eine Kostenfalle und Sucht. Letztere verleitet den Spieler dazu, das Spielgeschehen regelmäßig und in immer kürzer werdenden Abständen zu prüfen und zu verfolgen. Dass dies auch in der Schule oder nachts geschehe, werde von den Eltern oft nicht gesehen. "Um genau dies zu verhindern, müssen die Eltern zusammen mit den Kindern einen sinnvollen Mittelweg für die tägliche Mediennutzung finden", empfiehlt Greski. Wichtig sei vor allem, dass die Erziehungsberechtigten Medienkompetenz aufbauen und Vertrauen vermitteln.

Nützliche Tipps und Tricks hierfür gebe es bei den zuständigen Behörden wie beispielsweise dem Präventions-Referat des Polizeipräsidiums Ulm. Aber auch online gebe es mit Seiten wie www.klicksafe.de oder www.jugendschutz.net viele informative Quellen.

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