Dietenheim lotet Möglichkeiten für mehr Kinderbetreuung aus

Der Dietenheimer Stadtrat beauftragte die Verwaltung, Erweiterungen im Angebot der Kindergärten St. Martin und St. Maria zu prüfen und bei Bedarf zu schaffen.

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Der Kindergarten St. Martin in Dietenheim gehört zu den Einrichtungen, die auf Bedarf nach mehr Betreuungsangeboten geprüft werden. Besteht dieser, soll das Angebot ausgebaut werden.  Foto: 

Vor rund drei Jahren sah die Welt der Kinderbetreuung in Dietenheim noch rosig aus. Im Jahr 2014 wurde die Kindertagesstätte mit dem Kindergarten St. Maria in Regglisweiler erweitert und ihrer Bestimmung übergeben. „Da dachten wir alle, wir hätten in Bezug auf Kinderbetreuung für lange Zeit vorgesorgt“, sagte Dietenheims Bürgermeister Christopher Eh in der Gemeinderatssitzung am Montagabend. Nun stoße man allerdings viel früher als angenommen wieder auf das Problem von begrenzten Kapazitäten. Das liege einerseits daran, dass die Angebote besser als erwartet von den Eltern angenommen würden. Ein weiterer Grund sei, dass die Kinderzahlen in Dietenheim überproportional steigen. „Das ist zwar sehr erfreulich für unsere Stadt, dass sie als attraktiv angenommen wird, doch dadurch sind wir nun auch zum Handeln gezwungen.“

Gudrun Ruf-Speidel von der Katholischen Kirchengemeinde präsentierte dem Gremium daraufhin eine Reihe von Statistiken, welche die einführenden Worte von Bürgermeister Eh untermauerten. Die Katholische Kirchengemeinde ist Träger aller vier Kindergärten in Dietenheim und Regglisweiler.  „Wir beobachten die Situation bei der Kinderbetreuung schon seit einem Jahr und greifen dabei auf eine neue, noch effizientere Berechungsmethode zurück“, erläuterte Ruf-Speidel. Danach würden einerseits die Zahlen des statistischen Landesamts für die Bedarfsentwicklung herangezogen, andererseits aber auch die tatsächlichen Geburtenzahlen in der Stadt Dietenheim. Zudem würden Wanderungen durch Zu- und Wegzüge in einer weiteren Tabelle dargelegt. Alle Bereiche zeigten in der Auswertung auf, dass in Dietenheim bis zum Jahr 2020 Handlungsbedarf bestehe. „Es fehlen rund 30 Plätze, und zwar sowohl im Bereich der Unter-Dreijährigen wie auch bei den Über-Dreijährigen“, sagte Ruf-Speidel.

„Finanzieller Kraftakt“

Gemeinderat Toni Endler freute sich über die steigenden Kinderzahlen ebenso wie über die gut angenommenen Betreuungsplätze, legte aber sein Augenmerk auf die Kosten. „Das wird ein finanzieller Kraftakt. Es wird spannend, wie wir das Geld dafür aufbringen sollen“, sagte Endler. Er monierte zudem, dass in Berlin etwas beschlossen werde und die Kommunen dafür bezahlen müssten. Hintergrund für den Ärger Endlers sind das Tagesbetreuungsausbaugesetz und das Kinderförderungsgesetz. Damit haben alle Kinder ab dem vollendeten ersten Lebensjahr einen verankerten Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz. So wurden die gesetzlichen Grundlagen für einen beschleunigten Ausbau eines bedarfsgerechten Betreuungsangebots geschaffen.

In der Folge dieser Entwicklung würden laut Ruf-Speidel im laufenden Kindergartenjahr in Dietenheim und Regglisweiler erstmals seit einigen Jahren die Kindergarten- und Krippenplätze knapp. Die ursprüngliche Annahme von einem rund 30-prozentigen Betreuungsbedarf eines jeden Jahrgangs sei nicht mehr ausreichend.

Neue Plätze frühestens ab 2019

So blickt der Dietenheimer Stadtrat nach vorne und beauftragte die Verwaltung, mögliche Erweiterungen im Angebot der Kindergärten St. Martin und St. Maria zu prüfen und bei Bedarf zu schaffen. In Regglisweiler bestehe die Möglichkeit eines Anbaus an das bestehende Gebäude St. Maria. Schwieriger gestalte sich die Lage in Dietenheim, um zusätzliche Betreuungskapazitäten zu schaffen. Dort soll nun geprüft werden, in welcher Form ein Anbau an den Kindergarten St. Martin möglich sei. Womöglich wäre auch eine Erweiterung des Kindergartens Don Bosco umsetzbar. Zur Prüfung wurden daher die Architekturbüros Graf sowie Hübner & Bauke beauftragt.

Aufgrund der formellen Voraussetzungen mit Planung, Förderantrag, Baugenehmigung und der Bauphase würden die Plätze nicht vor dem Jahr 2019 zur Verfügung stehen. Vorübergehend seien alternative Betreuungsmöglichkeiten wie Tagesmütter, vorübergehende Aufstockungen der vorhandenen Kapazitäten oder altersgemischte Gruppen zu prüfen.

Mit zusätzlichen Betreuungskapazitäten in den Dietenheimer Kindergärten und Krippen geht laut Kämmerer Alfred Stoerk auch ein Anstieg der Kosten für den Betrieb dieser Einrichtungen einher. Insbesondere die Personalkosten seien durch die Einstellung von zusätzlichem Personal und durch die Anpassung des kirchlichen Tarifvertrags an den TVöD in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Stoerk zeigte das dem Dietenheimer Stadtrat anhand der Ausgabenentwicklung der vergangenen zehn Jahre auf. So habe im Jahr 2007 der Zuschuss an die Kirche noch bei rund 768.000 Euro gelegen, 2016 aber schon bei 1,74 Millionen Euro. Der Zuschuss vom Land stieg im gleichen Zeitraum aber nur von rund 249.000 Euro auf 599.000 Euro. job

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