Die heimlichen Stromfresser

Das Projekt wird vom Land finanziert: Derzeit werden Schüler der Anne-Frank-Realschule über den richtigen Umgang mit Strom aufgeklärt.

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Bernhard Martin schaut fragend in die Runde. Der Energieberater der Energieagentur Ulm steht vor einer achten Klasse der Anne-Frank-Realschule in Laichingen. Gerade hat er die Schüler nach dem Verbrauch eines PC gefragt. In einer vorhergehenden Doppelstunde hat er die Schüler darüber aufgeklärt, dass bei den meisten Geräten, die zu Hause stünden, viel Strom unnötig verwendet wird, weil die Geräte im Stand-By-Modus sind. Einer der Schüler meldet sich: Im Ruhezustand, so hat er mit einem Gerät gemessen, dass Martin vorher an die Schüler ausgegeben hat, verbraucht sein PC zehn Watt pro Stunde. Der Schüler erklärt, dass das Gerät 17 Stunden am Tag nicht benötigt wird, es aber trotzdem im Stand-By-Modus läuft. Martin rechnet mit dem Taschenrechner aus, dass der PC 62 Kilowattstunden arbeitet, folglich 15,50 Euro koste und einen Kohlendioxydausstoß von 67,2 Kilogramm habe.

Die Schüler sind erstaunt. Martin gibt ein anderes Beispiel: ein Fernsehgerät. Dieses verbraucht, ohne benutzt zu werden, 120 Watt pro Tag, also 44 Kilowattstunden pro Jahr. Hier beträgt der Kohlendioxydausstoß 27 Kilo. Martins dringender Rat: Die Geräte an Mehrfachsteckdosen mit einem roten Ausschalter anschließen und den roten Schalter ausschalten, wenn das Gerät nicht benötigt wird. So spare man Strom, Geld und senke den Kohlendioxydausstoß. Alles positive Aspekte.

Bemüht haben sich um dieses Projekt zwei Lehrerinnen an der Anne-Frank-Realschule: die Physiklehrerin Gisela Schiering und Brigitte Mayer, die naturwissensschaftliches Arbeiten unterrichtet. Beide finden es wichtig, den Schülern verantwortungsbewussten Umgang mit Energie zu vermitteln. "Die Schüler würden dann sehen, dass sie zwar nur ein winziges Würmchen sind, sie aber dennoch viel für die Verringerung des Kohendioxydausstoßes beitragern können." Mayer weiter: "Am besten wäre es, man könnte damit schon in der fünften Klasse auf ganz einachem Niveau anfangen. In diesem Alter beziehen die Schüler ihre Eltern mit ein", erklärt Mayer. Alle zwei Jahre sollte der Umgang mit Strom aufgefrischt werden, bis es ganz selbstverständlich geworden ist, nur solche Geräte mit Strom zu versorgen, die auch benutzt werden.

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