Neuer Bebauungsplan: Die Feuerwehr bleibt draußen

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Noch beherbergt das Rathaus Bermaringen in der Dorfstraße auch die Feuerwehr. Die soll, so hat es der Blausteiner Gemeinderat erneut bekräftigt, einen Neubau am Talensteinweg bekommen.  Foto: 

Nur einen holte der Piepser aus den Zuhörerreihen des Sitzungssaals – der Rest der Bermaringer Feuerwehrleute, die am Dienstag in die Gemeinderatssitzung gekommen waren, lauschte gespannt der Diskussion um den Aufstellungsbeschluss für einen Bebauungsplan „Friedhofsweg – Alter Mühlweg“: Schließlich befürchteten sie, dass durch diesen Bebauungsplan für ein Gebiet am südwestlichen Ortsrand – Richtung Asch – die Pläne für ein neues Feuerwehrhaus am Ortsausgang in Richtung Weidach, im Osten Bermaringens, infrage gestellt werden könnten. Der Grund: Die Stadtverwaltung hatte als Begründung für den neuen Bebauungsplan die Feuerwehr angeführt.

Stadtbaumeisterin Sandra Pianezzola betonte schon in ihren einleitenden Worten, dass eine Unterbringung der Feuerwehr in dem Gebiet lediglich als „Möglichkeit“ aufgeführt werde – neben dem Neubau des evangelischen Kindergartens, der Ortsverwaltung und einer Fläche für eine eventuelle Schulerweiterung. Damit wolle man den Gemeinbedarf unterstreichen und in dem Gebiet dem „Sanierungsstau“, der in Bermaringen bestehe, begegnen. Die Gelegenheit dazu ergebe sich durch die Zwangsversteigerung einer ehemaligen Hofstelle, die die Stadt laut Pianezzola gerne komplett erwerben möchte – besonders wichtig sei aber die 1,5 Hektar große Fläche, die an die Grundschule angrenzt. „Pro forma“, wie SPD-Fraktionsvorsitzende Heidi Ankner es in einer späteren Nachfrage formulierte, sei die Aufnahme der Feuerwehr in den Bebauungsplan aber nicht: „Sonst könnte man auf die Idee kommen: Ihr wollt da was verhindern“, erklärte Pianezzola, die in dem Gebiet auch die Möglichkeit eines zweiten Standorts für die Wehr sieht.

Entscheidung „unterwandert“

Die Bermaringer Zuhörer und Ortsvorsteherin Hilde Mayer befürchteten eher, man wolle das bereits beschlossene Feuerwehrhaus verhindern: „Unterwandert“ werde damit der Beschluss aus dem Januar 2016, sagte Mayer. Damals hatte der Gemeinderat sich für den Neubau des Feuerwehrhauses entschieden – und Verwaltung und Kindergarten hintan zu stellen. Mayer stellte daher noch in der Sitzung im Namen des Ortschaftsrats den Antrag, den Bau des Feuerwehrhauses umzusetzen.

Auch die meisten Stadträte bestanden auf dieser bereits getroffene Entscheidung für das Feuerwehrhaus am Talensteinweg: „Hanebüchen“ fand es Lothar Ruhnke (CDU) über den gefassten Beschluss hinweg zu gehen. Jürgen Dannwolf (SPD) sagte in Richtung der Verwaltung: „Ich plädiere an Sie, dass Sie uns zugestehen, dass wir unsere Arbeit gemacht haben“ – und stellte die Frage nach Altlasten auf dem Gelände. Auch Robert Jungwirth (Grüne) fand es „schwierig, nach langer Diskussion die Uhr wieder auf Null zu stellen“. Einzig Jungwirths Fraktionskollege Hermann Geywitz, äußerte sich positiv. Das Hauptargument sei die dörfliche Entwicklung – für die es hier eine Chance gebe: „Wir verlieren nichts, der Beschluss hat Bestand“, argumentierte er ähnlich wie Bürgermeister Thomas Kayser dafür, die durch die Zwangsversteigerung neue Situation in die Entscheidung einzubeziehen.

Am Ende gingen die Bermaringer Feuerwehrleute glücklich nach Hause: Bei fünf Gegenstimmen entschied sich der Rat zwar für den Aufstellungsbeschluss – der auf Antrag Jungwirths allerdings ohne die Feuerwehr in der Begründung auskommen muss. Ortsvorsteherin Hilde Mayer sagte dazu im Namen des Ortschaftsrats: „Wir sind der Überzeugung, das ist der richtige Weg und die richtige Entscheidung.“

Finanzen Der Neubau des Feuerwehrhauses in Bermaringen kostet dem Architekturbüro Ott zufolge etwa 1,3 Millionen Euro (Stand: Januar 2016). Finanziert werden könnte es unter anderem mit Geld aus dem Ausgleichstock des Landes. Wenn Blaustein aus diesem Topf aber auch Zuschüsse für Sanierung und Neubau des Schulzentrums Ehrenstein beantragt, wäre diese Geldquelle bis 2021 erschöpft (siehe Artikel rechts).

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