Die Feuerwehr als „Mädchen für alles“

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Ehrungen bei der Freiwilligen Feuerwehr Dietenheim (von links): Bürgermeister Christopher Eh, der wiedergewählte stellvertretende Kommandant Andreas Cavallini, Hugo Müller (ausgezeichnet für 40 Dienstjahre) und Kommandant Stefan Pistel. Foto: Lisa Maria Sporrer  Foto: 

Verantwortung, Hilfsbereitschaft und eine unerlässliche Stütze für die Gesellschaft – es sind immer wieder diese Begriffe, die mit Freiwilligen Feuerwehren in Verbindung gebracht werden. „Klar“, sagte der Dietenheimer Kommandant Stefan Pistel, der auf der Jahreshauptversammlung am vergangenen Samstag zum insgesamt vierten Mal für weitere fünf Jahre an die Spitze der Wehr gewählt wurde. Denn: „Wir sind ja mittlerweile das Mädchen für alles.“

So hatten die insgesamt 97 aktiven Feuerwehrleute der Einsatzabteilungen Dietenheim und Regglisweiler im laufenden Jahr mit 17 Brandeinsätzen zwar weniger Feuer zu bekämpfen als in den Vorjahren, dafür aber umso mehr technische Hilfeleistungen. Verkehrsunfälle, Wespennester, Türöffnungen und besonders die Wetterlage mit den Hochwassern im Juni und Juli beschäftigten die Freiwilligen. „Zum Auftakt der Regensaison ist das Auto von unserem Kreisbrandmeister geflutet worden. Das war dann der Auftakt der Hochwasserereignisse, die uns nicht mehr losgelassen haben“, sagte Pistel. Auch die Wände auf der Dienstwache blieben ob des Regens nicht trocken, weshalb eine neue Metallbeplankung Abhilfe schaffen sollte. Insgesamt rückte die Feuerwehr in diesem Jahr schon 109 Mal aus. Elf Einsätze davon entfielen auf die Abteilung am Stützpunkt Regglisweiler.

Für das kommende Jahr stünde dann die Beschaffung eines neuen Rüstwagens an, den man sich mit der Illertisser Feuerwehr teilen wolle, weil die Nachbarstadt schließlich auch immer ihren Drehleiterwagen hilfsbereit zur Verfügung stelle.

„Ehrenamtliche Feuerwehrangehörige brauchen für ihren Dienst gute Rahmenbedingungen“, sagte Kommandant Stefan Pistel am Ende seines Berichts noch in Richtung des Bürgermeisters Christopher Eh. Das umfasse nicht nur eine zeitgemäße Ausrüstung, sondern auch eine angemessene soziale Absicherung sowie qualifizierte Aus- und Fortbildungen. Denn, so Pistel in seiner Argumentation: „Wenn immer weniger Menschen zum Feuerwehrdienst bereit wären, müsste unsere Stadt entweder erheblich in hauptamtliches Personal investieren oder an der zu Recht erwarteten Qualität der Feuerwehrarbeit spürbare Abstriche machen.“

Eine gute Ausstattung sei man der Freiwilligen Feuerwehr sculdig, die sich in den Dienst der Allgemeinheit stelle, sagte dann Christopher Eh und machte der Wehr Hoffnung, dass der mit rund 550 000 Euro kalkulierte Rüstwagen bald zum Inventar der Dietenheimer Feuerwehr gehören könne. Auf Nachfrage sagte Kommandant Stefan Pistel, dass dies schon ein recht hoher Preis sei, doch bezeichnete er den Rüstwagen als eine Art „eierlegende Wollmilchsau“: Dieser sei bei vielen Einsätzen ein unerlässlicher Faktor. Zudem relativiere sich der Preis, wenn man von einer Lebensdauer des Fahrzeugs von rund 30 Jahren ausgehen könne. Neben der Möglichkeit auf den neuen Rüstwagen räumte Bürgermeister Christopher Eh ein, dass man 2017 im Gemeinderat über eine „adäquate Anpassung der Entschädigungssätze“ beraten werde.

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