Die Blaubeurer Venus-Falle

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So sah Christel Seppelfeld die Venus.  Foto: 

Der Blaubeurer Gemeinderätin Christel „Adlerauge“ Seppelfeld entgeht nix, aber auch gar nix. Sie war es, die vor einiger Zeit  im Rahmen einer Gemeinderatssitzung anmerkte, dass ihrem Empfinden nach die Venus, die Touristen aufs Urgeschichtliche Museum hinweisen soll, schief steht.

Die Figur wurde Ende März vor dem ehemaligen Bürgerheim aufgestellt. Bauamtsleiter Dr. Martin Schenk wies die  Vermutung Seppelfelds gleich  zurück. Sie sei einer optischen Täuschung aufgesessen, denn die Fußgängerzone, in der die Venus steht, sei leicht schräg. Für das Auge verlaufen die Buchstaben  deshalb schräg, obwohl sie objektiv im Lot  seien.

Schenk ließen die Worte Seppelfelds allerdings keine Ruhe. Er machte sich mit einer Wasserwaage bewaffnet auf, um sich vom ordnungsgemäßen Zustand der Venus zu überzeugen. Die Stadt habe schließlich „waagrecht bestellt“, sagt er. Doch was musste Schenk beim  Nachmessen feststellen. Die Venus stand schief. Der Firma, die die Figur aufgestellt hatte und aufgrund des leicht abfälligen Geländes in die Blaubeurer Venus-Falle getappt war, ist der Lapsus wohl furchtbar peinlich. Durch Unterlegen sollte das schiefe Bild schnell korrigiert werden. Doch vor  Ort stellten die Fachleute fest, dass dies nicht geht.

Die Venus wurde deshalb abgebaut. Und inzwischen wieder so ausgerichtet, dass die Schräge des Bodens ausgeglichen ist.  Seit Freitag steht sie wieder. Für Otto Normalbetrachter scheint es so, als sei die Schrift wirklich im Lot ist.

Ein endgültiges Urteil aber wollen wir noch nicht fällen. Jedenfalls nicht, ohne abzuwarten,  was Christel Seppelfeld sagt, wenn sie erstmals an der begradigten Venus vorbeikommt.

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