Die 14-jährige Maike gründet in Westerstetten Jugendgruppe des Schwäbischen Albvereins

Viele Ortsgruppen des Schwäbischen Albvereins sind überaltert. Westerstetten hat Glück: Dort gibt es die 14-jährige Maike Gillwaldt, die eine Jugendgruppe gründen will. Morgen ist das erste Treffen.

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Immer vorneweg bei den Wanderungen des Schwäbischen Albvereins Westerstetten: die 14-jährige Maike - hier im Elbsandsteingebirge. Privatfoto

Schon als kleines Kind war Maike Gillwaldt im Trage-Rucksack beim Wandern dabei. Das hat sich bis heute nicht geändert, nur, dass Maike - inzwischen 14 Jahre alt - natürlich nicht mehr im Rucksack sitzt, sondern selbst wandert. Ein eher untypisches Hobby für ein junges Mädchen? Das findet die junge Westerstetterin nicht: "Wenn man oben steht auf dem Gipfel und runterguckt, ist das ein tolles Gefühl." Ihr mache wandern einfach Spaß. Und eben den will sie auch anderen Kindern und Jugendlichen vermitteln. Ihr Ziel: eine Jugendgruppe in der Ortsgruppe Westerstetten des Schwäbischen Albvereins für Kinder und Jugendliche zwischen 8 und 13 Jahren. "Viele wissen gar nicht, was man draußen alles sehen und erleben kann." Maike plant mit der Jugendgruppe zum Beispiel Radtouren und einen Grillabend. "Im Winter können wir Schlittenfahren oder Schlittschuhlaufen."

Doch zunächst geht es morgen mal mit einem Spieleabend los - um 18 Uhr im Vereinszimmer der Lonetalhalle. "Ich bin gespannt, wie viele kommen", sagt Maike, die die 8. Klasse des St.Hildegard-Gymnasiums in Ulm besucht. Ihr mache es Spaß, mit Jüngeren zu arbeiten. Nicht zuletzt hat sie dafür schon einen zweitägigen Kurs bei der Albvereins-Jugend absolviert. "Da wurden rechtliche Fragen behandelt, Spielideen gesammelt und so was", erzählt die 14-Jährige, die nicht nur gerne wandert, sondern als Hobbys auch Handball und Geige spielt und im Jugendchor singt.

Seit sie denken kann, geht Maike mit dem Albverein auf Tour. Mit dabei ist immer Mama Andrea. Von ihr scheint Maike die Leidenschaft fürs Wandern geerbt zu haben. Denn Papa Andreas winkt ab: "Ich bin nicht so der große Wanderer." Mit ihren 14 Jahren ist Maike eine der jüngsten Mitglieder in der Ortsgruppe. "Außer mir sind bei den Wanderungen meistens noch zwei oder drei andere Kinder dabei." Der Westerstetter Wanderwart Wilfried Gansloser bestätigt: "Wie viele andere Ortsgruppen des Albvereins auch, sind auch wir hier überaltert." Gut 100 Mitglieder zählt die Ortsgruppe, die übers Jahr verteilt zahlreiche Halb-und Ganztagswanderungen sowie eine große Gebirgswanderung anbietet, aber auch eine Waldputzete und einen Landschaftspflegetag abhält. Dass sich Maike nun daran macht, eine Jugendgruppe zu gründen, stößt selbstredend auf großen Zuspruch der Westerstetter Albvereins-Mitglieder. Die Ortsgruppe hat Flyer gedruckt, die an Schulen verteilt worden sind, hat im Gemeindeblatt auf das morgige Treffen hingewiesen - und hofft, dass Maikes Engagement von Erfolg gekrönt sein wird.

Stolz erzählt die 14-Jährige wie sie vor gut drei Jahren den "E 5", den europäischen Fernwanderweg, mit ihrer Mutter und ihrem Onkel, ebenfalls Wanderwart beim Albverein, bewältigt hat. In zehn Etappen ging es von Oberstdorf nach Bozen über die Alpen. "Das sind 173 Kilometer", erzählt Maike, die ganz begeistert von der Tour ist, bei der sie - damals erst zehn - und ihre Begleiter jede Nacht in einer anderen Hütte übernachtet haben. "Und wenn man dann abends ein bisschen müde in der Hütte sitzt und sich auf der Karte anschaut, was man gelaufen ist, ist das schon ein richtig gutes Gefühl." So was sagt nur eine echte Wandersfrau.

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