Den Spaßfaktor im Vordergrund

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Der „1. FC Hau Daneba“ war die einzige Damenmannschaft im klar männerdominierten Starterfeld des Elfmeterturniers. Beim Dorffest in Nerenstetten hat dieser Wettbewerb schon Tradition.  Foto: 

Ist das jetzt purer Spaß, oder wird da auch wahrer Sportsgeist geweckt? Beim Flutlicht-Elfmeterturnier in Nerenstetten, zum fünften Mal Bestandteil des von der Freiwilligen Feuerwehr ausgerichteten Dorffests, liegt offenkundig eine Mischform vor – mit deutlicher Betonung auf dem Spaßfaktor.

Zwar ist den Schützen durch die Bank die Absicht anzumerken, das Runde im Eckigen zu versenken. Andererseits ist die Stimmung bei diesem Bemühen so ausgelassen, dass die Depression nach einem verschossenen Elfer allenfalls für die Dauer des Bruchteils einer Sekunde anhält. Ein klares Indiz zugunsten des Spaßfaktors.

Andererseits gibt es ein genau festgelegtes Reglement, und mit Bernd Beringer und Andreas Schmid eine Turnierleitung mit Überblick, da auf einem Anhänger logierend. Und unbestechlich noch dazu.

14 Mannschaften waren am Samstag mit von der Partie, darunter die „Kähle Fetza“, die „Werkstatt Stragger“, die „Kloine Baura“ und die „Lokomotive Leipzig“. Mit dem „1. FC Hau Daneba“ wagte sich auch eine Damenmannschaft ins klar männerdominierte Feld. „Mädels und die jüngere Generation schießen vom Siebenmeterpunkt, die anderen vom Neuner“, provozierte eine Lautsprecherdurchsage einen kleinen Disput: „Was ist die jüngere Generation?“ – „Du idda, du bisch 39.“ Als jung gilt man auf dem Turnier bis zu einer Körpergröße von 1,50 Metern.

Dann ging es ruckizucki. Es fielen „tödliche Schüsse“, es gab Hechter in vielen Varianten, spektakuläre Schüsse gen Himmel oder millimetergenau ins Toreck. Ronaldo Junior produzierte einmal eine Kerze, der Torwart hatte ihn mit seinem „Halt“-Ruf ziemlich aus dem Tritt gebracht. Andere Keeper führten Tänzchen auf, übten sich mit Gesten in der Kunst der psychologischen Beeinflussung.

So manches Mal hatte man als Beobachter Angst um deren Finger, so beinhart unterstrichen die geübten unter den Schützen ihre Siegesabsichten. Wer sich da als bedingt abwehrbereit zeigte oder unverhohlen die Angst des Torwarts beim Elfmeter zu erkennen gab, riskierte dann aber zuallererst einen flotten Spruch vom Spielfeldrand.

Das Dorffest bestand natürlich aus noch viel mehr als aus dem Turnier. Im Laufe des Abends füllte sich die legendäre „Strohballenbar“ anlässlich der Nachfeierlichkeiten. An Essen und Getränken bestand kein Mangel.

Der Festsonntag begann mit einem Gottesdienst im Festzelt, für die Kinder wurde eine Spielstraße aufgebaut. 70 Freiwillige waren die zwei Tage über im Einsatz, hob Kommandant Henry Heger das breite Engagement hervor. „Dieses zweite Wochenende im August haben sich viele in ihrem Kalender notiert – unbedingt freihalten.“

Als Sieger am Samstag verließ im Übrigen der „AS Rum“ den Platz, gefolgt vom „1. FC Nasskapp“ und der „Zweiten“ der Zuckerschnaps-Equipe. Die 50, 30 und 20 Euro Preisgeld reichten zumindest als finanzielle Grundlage für den Feierausklang.

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