Dellmensingen: Biotop voller Leben

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Der Weihergraben bei Dellmensingen: Ein Paradies unter anderem für den dafür verantwortlichen Biber. Ungeniert bedient er sich im angrenzenden Maisfeld und schleppt die Früchte zum genüsslichen Verzehr ins Wasser.  Foto: 

Der Weihergraben ist nicht gerade ein Wildbach. Aber der kleine Wasserlauf entwässerte bis vor einigen Jahren die nordöstlich von Dellmensingen gelegenen Gewanne bis hinüber nach Humlangen. „Schluss damit“, sagte sich wohl ein Biber und verstopfte den Durchlass unter der alten B 30 und somit den weiteren Abfluss in den Donaukanal. 1,20 Meter Stauhöhe reichten, um auf mehr als 600 Metern Strecke große und kleine Tümpel entstehen zu lassen. Was den Feuchtwiesen im mittleren Teil wenig ausmachte, schadete umso mehr dem Wald im östlichen Teil. Eine vernünftige Bewirtschaftung war nicht mehr möglich. Auch die angrenzenden Wiesen wurden immer stärker durchnässt.

Was die Landwirte wenig erfreute, ist nun ein Glücksfall für die Kommune. Mit dem kürzlich in die Wege geleiteten Kauf des fünf Hektar großen Areals bekommt Erbach wertvolle Ökopunkte. Sie können als ökologischer Ausgleich verwendet werden. „Das ist soweit mit dem Landratsamt Alb-Donau besprochen. Für uns als Kommune erleichtert das die Ausweisung neuer Wohn- und Gewerbegebiete“, bestätigte Bürgermeister Achim Gaus den Kauf. Dellmensingens Ortsvorsteher Reinhard Härle, der das Vorhaben maßgeblich vorantrieb, ist besonders wichtig, Ausgleichsflächen an der richtigen Stelle zu haben. Die Gemeinde habe damit immer wieder Probleme, oft seien dann gute Böden betroffen.

Wanderpfad geplant

„Mit einem Biotop in dieser Größe schonen wir wertvolle landwirtschaftliche Flächen“, sagte Härle. Über das ansehnlich wachsende Punktekonto hinaus hat sich die Stadt verpflichtet, diese außergewöhnliche Landschaft zu erhalten und zu stärken. So sollen ein Waldsaum aus Eichen und zum Wasser hin Birken, Erlen und Weiden gepflanzt werden. Härle stellt sich vor, dafür mit der Schule zusammenzuarbeiten. „Ich habe das noch nicht vorgebracht. Aber wenn Kinder an so etwas beteiligt werden, erinnern sie sich ein Leben lang.“

Ein weiteres Vorhaben ist ein Rundwanderpfad. Schon jetzt ist das Areal ein Erlebnis. Tritt man ans Wasser, flüchten Stockenten schnatternd im Schilf, lassen sich Frösche ins Wasser plumpsen und hüpft ihr Nachwuchs verstört durch Gras. Die Vertreter der unteren Naturschutzbehörde im Landratsamt Alb-Donau waren begeistert von dem, was sich vor Ort vor ihnen auftat. „Ein großer Tag für den Naturschutz“, zitiert Härle den zuständigen Naturschutzbeauftragten Albert Koch.

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