Das Ende der Allee naht

Es sieht schlecht aus für die schöne alte Allee zwischen Langenau und Riedheim: Auch das Stuttgarter Verkehrsministerium sagt, es sei zu gefährlich, entlang der Landesstraße neue Bäume zu pflanzen.

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Es hat alles nichts geholfen: Die alte Allee zwischen Langenau und dem Leipheimer Ortsteil Riedheim wird über kurz oder lang wohl verschwinden. Neue Bäume dürfen nicht gepflanzt werden. Damit werden die Lücken in den Reihen - Eschen, Spitz- und Bergahorn und einige Birken - größer: Von einer Allee wird man im Bezug auf die Landesstraße 1232 in einigen Jahren nicht mehr reden können.

Das geht aus einem Schreiben von Uwe Lahl vom baden-württembergischen Verkehrsministerium hervor, das die Stadtverwaltung am Montag dem Ausschuss für Technik und Umwelt vorgelegt hat. Darin weist der Ministerialdirektor darauf hin, dass die Allee in den vergangenen Jahren ein Unfallschwerpunkt war, zehn Mal seien Autofahrer an den Bäumen verunglückt. Das habe das Polizeipräsidium Ulm dem Verkehrsministerium mitgeteilt und geraten, keine neuen Bäume entlang der Fahrbahn mehr zu pflanzen.

Die Stadt Langenau wollte als ökologische Ausgleichsmaßnahme die Lücken in den Baumreihen schließen. Bei einem Sturm Anfang Juli 2012 waren einige Bäume umgefallen, zudem macht das Eschentriebsterben auch an der Allee nicht Halt: Die Lücken werden in nächster Zeit also noch größer. Da es eine Landesstraße ist und auch die Bäume auf dem Grund des Landes stehen, meldete das Regierungspräsidium Tübingen Sicherheitbedenken an und verwies auf die "Richtlinie für passiven Schutz an Straßen durch Fahrzeug-Rückhaltesysteme" - kurz: Leitplanken. Solche müssten demnach drei Meter von den Bäumen entfernt aufgestellt werden. Doch dafür fehlt entlang der L 1232 schlicht der Platz.

Bereits im Dezember waren die Langenauer Stadträte nicht damit einverstanden, dass die historische Allee so kläglich enden sollte: Sie verabschiedeten eine Resolution an das Verkehrsministerium, in der sie darauf hinwiesen, dass die Straße auch wichtig für die Natur sei. Stadt und Gemeinderat wiesen zudem darauf hin, dass die Verkehrssicherheit mit Schutzplanken durchaus verbessert werden könne, auch könnten ein Tempolimit und ein Überholverbot dazu beitragen.

Dass Bäume und Alleen prägende Bestandteile der Kulturlandschaft seien, betont Uwe Lahl durchaus in seinem Schreiben. Sie dienten zur Vernetzung im Biotop-Verbund, seien Lebensraum für Insekten und Vögel, wirkten sich positiv auf die Straßenraumgestaltung und optische Führung des Verkehrs aus. Andererseits seien Bäume an Straßen aber gefährliche Hindernisse. Es gelte daher, die Belange der Verkehrssicherheit und des Naturschutzes abzuwägen. "Das zuständige Regierungspräsidium wurde gebeten, Maßnahmen zur Erhöhung der Verkehrssicherheit für die L 1232 zwischen Langenau und Riedheim zu prüfen", heißt es abschließend.

Diese Antwort aus dem Ministerium macht dem Langenauer Bürgermeister Wolfgang Mangold nicht wirklich Hoffnung, sieht er die Möglichkeiten der Stadt doch erschöpft: "Es ist nunmal eine Landesstraße."

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