Chancen mit Mittelschul-Abschluss

Widerspruch aus der Region anlässlich der DGB-Studie zum Ausbildungsmarkt: Haupt- beziehungsweise Mittelschüler hätten hier sehr wohl Chancen.

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"Ich musste schmunzeln nach den Berichten über die Studie des DGB", sagt Thomas Zenzinger, einer der Chefs der Firma Blech & Technik in Vöhringen. Der DGB hatte, wie überregional berichtet, die IHK-Lehrstellenbörse ausgewertet und war zu dem Ergebnis gekommen, dass zwei von drei Lehrstellen Jugendlichen mit niedriger Schulbildung verschlossen bleiben, Hauptschüler somit kaum Job-Chancen haben. Im Betrieb von Zenzinger arbeiten fast ausschließlich Hauptschüler beziehungsweise Mittelschüler, wie sie inzwischen in Bayern nach der Reformierung der Schulart heißen. Nur zwei der 40 Beschäftigten sind Realschüler. Es ist eine Frage der Haltung - die auch daher rührt, dass beide Chefs Hauptschüler sind.

Kein Einzelfall, heißt es bei der Industrie- und Handelskammer Schwaben. Sie ist der Auffassung, die DGB-Aussage treffe auf das Gros der Betriebe in Bayerisch-Schwaben nicht zu. Es sei vielmehr so, dass sich zwei von drei angebotenen Ausbildungsplätzen an Mittelschüler richten. Das habe eine aktuelle Auswertung der IHK-Lehrstellenbörse für den Bereich Bayerisch-Schwaben ergeben. Insbesondere Handel, Logistik und Gastronomie böten ihnen beste Ausbildungschancen. In verschiedenen Branchen, auch in der Metallbranche, suchten Betriebe für bestimmte Berufe sogar vorrangig nach geeigneten Mittelschülern, berichtet Hauptgeschäftsführer Peter Saalfrank. Mehr als ein Drittel der Stellen werden auch tatsächlich an Mittelschüler vergeben.

Zenzinger bildet Konstruktionsmechaniker der Fachrichtung Feinblechbau aus; in dem Betrieb werden Maschinenverkleidungen und Elektronikgehäuse hergestellt. Er gibt in jedem Ausbildungsjahr auch einem Bewerber eine Chance, den sonst keiner einstellen will. Und macht gute Erfahrungen damit: "Die anderen Azubis ziehen ihn mit." Das setzt allerdings die Bereitschaft voraus, die Ausbildung anzupassen und sich innerbetrieblich mehr um die Azubis zu kümmern.

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