Chancen eröffnet

Sonderschulleiter Alfred Schmid von der Martinschule Laichingen wurde feierlich in den Ruhestand verabschiedet. Ein Nachfolger fehlt noch.

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„Ade Herr Schmid“, lautete der Abschiedsgruß eines Schülers im Abschiedsfilm für den scheidenden Schulleiter. Fast zehn Jahre hat Alfred Schmid die Geschicke der Martinschule unter der Trägerschaft des Alb-Donau-Kreises geleitet. Während seiner Amtszeit entwickelte sich die einstige Förderschule zum sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentrum. Seit diesem Schuljahr ist die Martinschule eine Außenstelle der Schmiechtalschule Ehingen. Damit verbunden waren besondere Herausforderungen, wie ein neuer Bildungsplan, die Entwicklung eines Leitbilds, Fremd- und Selbstevaluation sowie jüngst die Inklusion.

Ob das alles wirklich nötig war? Alfred Schmid zweifelte das an, erledigt hat er die Aufgaben freilich gewissenhaft. Lob erhielt er daher von Schulamtsdirektor Wilhelm Hitzler vom Staatlichen Schulamt Biberach. Dass die Pädagogik sich im Wandel befinde, habe sich schon abgezeichnet, als Schmid seine zweite Staatsprüfung abgelegt hat. Hitzler erinnerte an diese Zeit, als aus Lernbehinderten-Schulen Sonderschulen wurden. Die Entwicklung habe bewiesen, es gehe nicht ohne diese Schulen vor Ort.

Die Veränderungen hätten allerdings enorme Mehrarbeit für die Schulleiter mit sich gebracht. Die jüngste Veränderung habe gar im Kreistag zu Diskussionen über die Martinschule geführt, berichtete Landrat Heinz Seiffert. „Aber entgegen der Befürchtungen, dass mit der Inklusion die Martinschule überflüssig würde, hat sie sich am Standort Laichingen bestens bewährt.“

Schüler und Lehrer verabschiedeten sich mit einem Sing- und Szenenspiel, einem Lied und Gedicht und dem Abschiedsfilm. Der geschäftsführende Schulleiter Johannes Treß zeigte sich beeindruckt von Schmids Geduld, „die zeichnet ihn wahrlich aus“, Schuldekan Ulrich Ruck schätzte ihn als einen, der sich über die Maßen für die Schule  und das Wohl der Schüler eingesetzt hat. „Deren Chancen sind begrenzt, doch er hat seinen Schützlinge Chancen eröffnet.“ Ulrike Bauer-Grub aus dem Lehrerkollegium fasste zusammen: „Er war ein Schaffer, hat unendlich viele Zuschüsse erwirkt und immer wieder individuelle und unbürokratische Lösungen gefunden.“

Warum der Schulleiter bei Schülern und Kollegen so beliebt war, merkte man auch an seiner eigenen Ansprache, nachdem der Schulamtsdirektor ihn offiziell mit der Urkundenübergabe in den Ruhestand verabschiedet hatte. Schmid erinnerte an zwei ihm wichtige Menschen während seiner Zeit in der Martinschule: Dem vor Jahren verstorbenen Hausmeister  und einem seiner ersten Schüler, mit dem er verbunden geblieben war, bis er vor etwa einem Jahr verstorben ist. Sichtlich gerührt meinte er: „An sie möchte ich hier erinnern.“

Neben Grußworten gab es freilich auch Geschenke, vom Elternbeirat und Bürgermeister Klaus Kaufmann. „Obwohl die Stadt nicht Schulträger ist, haben wir immer mehr miteinander zu tun gehabt“, meinte er zum Abschied.

Die Nachfolge ist noch ungeklärt, trotz großer Bemühungen, sagte Hitzler. Vielleicht liege es an der Mehrarbeit, die die veränderten Rahmenbedingungen nach dem neuen Schulgesetz, mit sich bringen. „Da flutscht noch nicht immer alles so, wie es sollte.“ Sicher sei es ein Problem, dass sich viel zu wenige für den Beruf des Sonderpädagogen entscheiden. Doch für die Martinschule konnte eine Übergangslösung gefunden werden: Ulrike Bauer-Grub, Simon Hummel und Martin Erstling bilden bis zur endgültigen Neubesetzung der Schulleitung das leitende Triumvirat.

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