Botschaft glaubwürdig herübergebracht

Der Gospel-Projektchor Nellingen ist vor allem eines: glaubwürdig. Die Freude am Singen und der Wunsch, die Botschaft in den Liedern zu vermitteln, waren bei den Konzerten am Wochenende spürbar.

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Der Nellinger Gospelchor ist mit Begeisterung bei der Sache. Foto: Ulrike Ruopp

Mitreißend, energiegeladen, berührend und stimmgewaltig sind alles Attribute, die den Gospel-Projektchor Nellingen beschreiben. Dabei sind die 45 Sängerinnen und Sänger keine Profis oder eine eingespielte Gruppe. In nur vier Proben haben sie unter der Leitung von Bezirkskantorin Bettina Gilbert sieben Gospelsongs und Spirituals eingeübt und diese am Wochenende in den Kirchen in Merklingen, Suppingen und Nellingen aufgeführt. "Lieder für die Gerechtigkeit" lautete das Motto des bereits zum neunten Mal stattfindenden Projekts.

Durch einen an den Texten orientierten musikalischen Ausdruck gelang es dem Chor, diese Botschaft in den Konzert-Gottesdiensten eindrücklich zu vermitteln. Voller Begeisterung trugen sie das von Bettina Gilbert mit Djembe und Klavier begleitete afrikanische "Singabahambayo Thina" vor, steigerten Tempo und Lautstärke, wagten Zwischenrufe. Der Wechsel zwischen sanften Melodien und fetzigen Rhythmen prägte das argentinische Tischgebet "Segne Herr unser Brot". Interessante Effekte und eine natürliche Dynamik erzeugten die Solo-, Männer- und Tuttiparts in "Let us stand, hand in hand". "Dies ist ein Lied voller Vision und Hoffnung, was mit Gottes Hilfe entstehen kann, wenn wir zusammen versuchen, die Welt zu verändern", erläuterte die Kirchenmusikdirektorin. Auch Jesus habe eine Vision von gerechtem Leben gehabt, ergänzte Merklingens Pfarrer Cornelius Küttner, der am Samstag zwischen den Stücken Bibelstellen zum Thema Gerechtigkeit vorlas und die Liturgie gestaltete. Dem oft gehörten "Kumbaya my Lord" - "Komm zu uns Herr" verliehen die in fröhlichen Farben gekleideten Sänger neue Tiefe. Mit Bewegungen unterstrichen sie ihren inbrünstigen, mehrstimmigen Gesang.

Sicherlich war dieser nicht immer perfekt, aber dafür beeindruckend glaubwürdig. Aufrichtigkeit, der Mut sich zu öffnen und die offensichtliche Freude am Singen machten den Reiz der Darbietung aus und veranlassten die Besucher, aufzustehen oder mit zu klatschen. "Wir haben uns bewusst gemacht, was wir singen. Die Bewegungen haben uns geholfen, beim eindringlichen Gebet Kumbaya eine solche Intensität zu erreichen", erklärte Gilbert. Drei Solistinnen, Cajón-Begleitung und ein swingendes Klavier-Zwischenstück, der sauber gesungene Tonartwechsel und die gute Dynamik im eingängigen "Der Herr segne Dich" von Martin Pepper begeisterten die Zuhörer zusätzlich. "Der Gospel-Projektchor bringt Speed, Sound und Freude in die Kirche", sagte Küttner.

Damit das auch so bleibt, kündigte Bettina Gilbert den Probenbeginn fürs nächste Projekt an: Januar 2013 im Nellinger Gemeindehaus.

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