Parcours soll Gefahren von Drogen aufzeigen

Ein Parcours soll Schülern in Blaubeuren die Risiken von Alkohol- und Tabakkonsum aufzeigen. Organisiert wird das von einem Bundesprojekt.

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Kein Durchblick im Rausch: Wer eine so genannte „Drunk Buster“-Brille aufsetzt, sieht die Welt mit den Augen eines Betrunkenen, der etwa 1,3 Promille intus hat.  Foto: 

Wir wollen an die individuellen Vorkenntnisse der Jugendlichen anknüpfen und sie an dem Stand abholen, an dem sie gerade sind“, erklärt Franziska Wissen, Mitarbeiterin des Klarsicht-Teams, in der Stadthalle Blaubeuren. Einige Stunden lang spricht sie mit ihren Mitarbeiten über das Thema „Alkohol und Tabak“. 25 Schüler hören zu. Seit einigen Wochen ist Wissens Team in Deutschland unterwegs, jede Woche machen sie Station in zwei Städten.

Klare Sicht und Durchblick bewahren, das will Franziska Wissen unterstützen. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZGA) hat das Projekt 2004 ins Leben gerufen und im Rahmen ihrer Jugendkampagne „Alkohol? Kenn dein Limit. Und rauchfrei“ einen interaktiven Parcours ausgearbeitet.

Die Hindernisstrecke soll über Wirkung und Suchtpotenzial der legalen Drogen informieren und eine kritische Haltung fördern. Entstanden sind dabei Projekte, bei denen die BZGA mit örtlichen Einrichtungen aus den Bereichen Jugendbildung oder Gesundheitswesen zusammenarbeitet. Auf dem Rundgang mit insgesamt sechs Stationen werden die Besuchergruppen von den Moderatoren-Teams begleitet, die sich aus jeweils einem Klarsicht-Mitarbeiter und einem Zweitpartner – in Blaubeuren waren das Studenten der Uni Ulm – aus der Region zusammensetzen.

Das inoffizielle Highlight des Parcours ist der so genannte „Drunk Buster“, eine Brille, die eine vernebelte Sicht bei etwa 1,3 Promille Blutalkohol simuliert. Damit gilt es, sich um Pylonen zu bewegen, oder auf einander zuzulaufen, um sich anschließend die Hand zu geben – was sich allerdings als gar nicht so einfach herausstellt. „Die Brille schreckt einen schon ab, wenn man sieht, wie wenig Kontrolle man unter Alkoholeinfluss tatsächlich hat“, sagt ein Schüler aus Blaubeuren, nach dem testen der Brille.

Die Teilnehmer können sich außerdem in einem Quiz, in Diskussionen und Rollenspielen mit ihren ganz individuellen Interessen und Fähigkeiten einbringen. An einigen Stationen ist Teamarbeit gefordert, so dass jeder sein unterschiedliches Wissen zeigen kann und alle etwas voneinander lernen können.

Wie viel Alkoholgehalt hat etwa ein Mischgetränk? Nicht einfach festzulegen, doch hier wird nicht probiert, sondern geschätzt, verglichen und werden Flaschenformen Alkohol-Arten zugeordnet. Das hilft, das Vorwissen der Jugendlichen einzuschätzen. An der Station gegenüber informieren Tafeln über Tabakinhaltsstoffe, es gibt Fragen zum Rauchen. Die müssen gemeinsam beantwortet werden, um Punkte zu sammeln.

Zum Schluss wird das Projekt von den Moderatoren-Teams gemeinsam ausgewertet. Dabei wird ein Fazit über die Veranstaltung gezogen. Außerdem geht es darum, regionale Strukturen zu stärken und Konzepte für weitere Präventionsarbeit zu entwickeln.

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