Blaubeuren stimmt Plan zum Weltkulturerbe-Antrag für Höhlen zu

Leichtere Zugänglichkeit der Höhlen im Ach- und Lonetal, größerer Schutz und bessere Informationen: Das bezweckt der Managementplan für die Fundstätten der Eiszeitkunst. Ziel: die Anerkennung als Welterbe.

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Der Antrag des Landes wird in den nächsten Wochen abgeschickt, der den Höhlen der ältesten Eiszeitkunst im Ach- und Lonetal den Titel "Unesco-Weltkulturerbe" einbringen soll. Der Blaubeurer Gemeinderat hat am Dienstag einmütig dem Managementplan des Landesamts für Denkmalpflege zugestimmt - ein zentraler Baustein des Antrags an die Unesco. Die Unterlagen werden im September vom Auswärtigen Amt an die Unesco weitergeleitet, die im Frühsommer 2017 in Südamerika über den Antrag entscheidet. Auf der deutschen Liste für neue Weltkulturerbe-Stätten stehen die Höhlen auf Platz eins.

Daher ist Blaubeurens Bürgermeister Jörg Seibold "guter Dinge", dass es am Ende klappt. Den Rahmen, wie man mit diesem Erbe "umgehen will", setzt der jetzt diskutierte Managementplan. Rund um die Höhlen gebe es ein "breites Angebot", sagte Seibold. Dieses müsse aber weiterentwickelt werden, um erfolgreich zu sein. Der Managementplan zeige auch, wo die sechs betroffenen Gemeinden hinwollen: um die Fundstätte besser zu schützen, um Konflikte zwischen Eigentümern und anderen Beteiligten auszugleichen, und wie sie Forschung und touristische Nutzung unterstützen wollen.

500.000 Euro stellt das Land in den kommenden beiden Jahren zur Verfügung, damit die Gemeinden ein Informationskonzept erarbeiten. Das geplante Informationszentrum am Hohlen Fels in Schelklingen ist ein Beispiel dafür, was sich in den kommenden Jahren tun wird. Es geht auch um die bessere Zugänglichkeit des Geißenklösterles in Weiler, das gegenwärtig nur über einen steilen Trampelpfad zu erreichen ist. Eine bessere Verbindung zwischen den einzelnen Höhlen im Achtal ist ebenfalls im Gespräch - über die konkrete Projekte will der Blaubeurer Gemeinderat Ende Juli entscheiden. Allgemein gibt der Plan vor: "Ein Steinzeit-Pfad mit Info-Schildern entlang der archäologischen Fundstellen" solle eingerichtet werden - inklusive Exkursionsführer.

Was die einzelnen Gemeinden tatsächlich unternehmen, um die Eiszeit-Höhlen besser in Szene zu setzen, dazu macht der Managementplan keine Vorschriften: "Jede Gemeinde behält ihre Entscheidungshoheit, niemand kann gegen seinen Willen zu etwas verpflichtet werden", betonte Seibold und trat damit Bedenken von Blaubeurer Gemeinderäten entgegen. "Mit dem Beschluss bringen wir aber zum Ausdruck, dass wir das Welterbe wollen und vernünftig damit umgehen."

Der Plan fasst zusammen, um was sich die Beteiligten künftig kümmern wollen: um eine eigene Plattform im Internet, um wissenschaftliche Konferenzen und archäologische Grabungen, um bestmöglichen Schutz der Höhlen oder ein Dokumentationszentrum.

Georg Hiller, Geschäftsführer der 2014 gegründeten "Arbeitsgemeinschaft Eiszeitkunst", hält die bisherige Zusammenarbeit zwischen den Kommunen für "sehr konstruktiv" - trotz jeweils eigener wirtschaftlicher Interessen. Die Blaubeurer Räte waren überzeugt von dem Plan: "Wir spielen mit unseren Höhlen in der Bundesliga. Wir können gar nicht anders als zustimmen", sagte Erich Straub (Freie Wähler).

Vier von sieben Kommunen haben bereits zugestimmt

Unesco-Weltkulturerbe Im September wird der Antrag für die "Höhlen der ältesten Eiszeitkunst" im Ach- und Lonetal über das Auswärtige Amt in Berlin an die Unesco weitergeleitet. Das Landesamt für Denkmalpflege erarbeitet den Antrag, zentraler Teil davon ist nach den Richtlinien der Unesco ein sogenannter Managementplan. Dieser legt dar, wie das mögliche Welterbe gepflegt, erhalten und gefördert wird.

Diskussionsprozess Fünf von sieben Kommunen haben dem Management-Plan inzwischen zugestimmt - Blaubeuren, Niederstotzingen, Rammingen, Asselfingen und Öllingen. Herbrechtingen und Schelklingen müssen ihr Votum noch abgeben ebenso wie der Alb-Donau-Kreis und der Landkreis Heidenheim.

 

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