Blasmusik trifft Uganda

Wie sehr die Bevölkerung Ugandas in Armut lebt, berichtete Ferienpfarrer Dr. Ignatius Ndawula im Rahmen des Blasmusikabends der Stadtkapelle. Wiederum erhielt der Geistliche eine 1000-Euro-Spende.

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Pfarrer Ignatius Ndawula nutzte den Auftritt der Stadtkapelle Dietenheim, um den Besuchern von seiner Heimat Uganda zu erzählen. Foto: Dieter Gräter

Der Garten des Gasthauses "Zur Rose" stand zum dritten Mal Pate für ein Konzert der besonderen Art. Die Stadtkapelle Dietenheim mit ihrer Dirigentin Christina Klampfl beschloss die Sommersaison mit einem öffentlichen Auftritt. Zahlreiche Besucher, die in der Gartenwirtschaft und auf Bänken rund um den Marktplatz saßen, erlebten bis zum Einbruch der Dunkelheit ein musikalisches Feuerwerk volkstümlicher Melodien. Als Gesangssolisten glänzten neben der musikalischen Leiterin auch Reiner Kammerer und Helmut Ullrich

Chronist Max Semler verdeutlichte in seiner Begrüßungsrede, dass es dem Blasorchester einerseits eine Freude sei, die Bevölkerung musikalisch zu erfreuen. Andererseits galt sein Gruß aber auch Pfarrer Ignatius Ndawula aus Uganda, der auch in diesem Jahr in der Seelsorgeeinheit Dietenheim-Illerrieden die Urlaubsvertretung von Pfarrer Gerhard Bundschuh übernimmt. Er hat sich in den vergangenen Jahren viel Sympathie bei der Bevölkerung erworben. Das kam besonders zum Ausdruck, als er viele Hände schütteln durfte. Einige Elternpaare waren mit ihren Kindern gekommen, die in den vergangenen Jahren von dem Pfarrer getauft worden waren und ihm jetzt persönlich "Grüß Gott" sagen wollten.

Der Geistliche verdeutlichte mit Bildern aus seinem Heimatland am Äquator, wie arm, aber doch glücklich die Leute in dem hoch gelegenen Uganda sind. Anschaulich berichtete er über durchschnittliche Jahrestemperaturen von 25 Grad, dass eine Frau im Schnitt sechs Kinder zur Welt bringt und 51 Prozent der Bevölkerung von weniger als einem Euro pro Tag leben muss. "Die Lebenserwartung liegt bei 54 Jahren", sagte der Pfarrer.

Mit den Geldern, die Ndawula in jedem Jahr als Spenden mit nach Uganda nimmt, habe man viel nützliche Projekte beginnen und fertig stellen können. So sei vor drei Jahren damit begonnen worden, einen Kindergarten zu bauen. Eindrucksvoll belegte der Pfarrer, wie aus Lehm und Erde Ziegel ähnliche Formen geknetet und diese anschließend getrocknet und gebrannt werden. Sie dienen als Bausteine für den Kindergarten, dem jetzt noch das Dach fehlt. Immerhin können in dem Rohbau bereits Kinder betreut werden. "Eine Erzieherin sorgt sich um 75 Kinder", berichtete der Pfarrer.

Als großes Problem im Land bezeichnete der Ferienpfarrer die Wasserversorgung im Land. Der reichlich fallende Regen werde sofort vom Boden aufgenommen und versickere nutzlos. Mit der Schaffung von Regenrinnen, soll das wertvolle Wasser künftig in große Tanks kanalisiert werden. Die Reihe der Projekte, die der Priester begonnen hat und in Zukunft fortsetzten möchte, sind vielschichtig. Lehrerwohnungen müssen geschaffen werden. Die Pflege und Ernährung älterer Leute ist ihm ebenso ein Anliegen, wie die Einrichtung eines Behandlungsraumes für kranke Kinder und die Renovierung einer Kirche. Für notwendige Medizin, die in Uganda sehr teuer sei, sammelt der Pfarrer ebenfalls Geld.

Damit auch die diesjährige Spendenaktion erfolgreich werden konnte, sorgte einmal mehr Ilse Häussler. Die "Rose"-Wirtin erreichte mit ihrem "Apfelbrocker" viele Besucher, die bereitwillig Geld in das schon antike Pflückgerät warfen. Stolz verkündete sie den gesammelten Betrag von mehr als 600 Euro, den Max Semler, Chef des gleichnamigen Fensterbau- und Schreinereiunternehmens, auf 1000 Euro aufstockte und Pfarrer Ndawula überreichte.

Solange es die Lichtverhältnisse zuließen, wurde auf dem Marktplatz noch kräftig musiziert. Die Stadtkapelle sorgte mit Walzerklängen, Märschen, Polkas und anderen bunten Melodien für fröhliche Sommerstimmung. Nicht fehlen durfte dabei das Lied "Dem Land Tirol die Treue", dessen dritte Strophe die Kapelle - mit einem Dietenheimer Text unterlegt - mitsang und riesigen Beifall erhielt.

Für die Stadtkapelle laufen derweil schon kräftig die Vorarbeiten für die Dietenheimer Altstadthockete, die der Verein zusammen mit der Historischen Bürgerwehr am 17. August auf dem Marktplatz ausrichtet. Anschließend beginnen die Vorbereitungen auf das Jahreskonzert am 26. Dezember.

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