Bewerbungs-Workshop an Albecker-Tor-Schule

In einem Workshop hatten Schüler der Albecker-Tor-Schule die Chance auf ein Training der besonderen Art. Das Resultat: ein individuelles Bewerbungsvideo, das die Chancen auf einen Ausbildungsplatz erhöhen soll.

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Bewerbungstraining der besonderen Art: Sich vor der Kamera zu bewegen, war für die Schüler der Albecker-Tor-Schule Neuland.  Foto: 

Obwohl es weniger Lehrlinge gibt, bleiben immer wieder Ausbildungsplätze unbesetzt. Woran das liegt? Laut Industrie- und Handelskammer bringen die Bewerber oft nicht die nötigen Kommunikationsfähigkeiten mit. Dem will das Projekt "Von Standby auf Aktiv - das andere Bewerbungstraining" der Landesvereinigung Kulturelle Jugendbildung entgegenwirken.

"Jeder Schüler erhält am Ende des Workshops ein individuelles Bewerbungsvideo", erklärt Theaterpädagoge Benedict Walesch. "Dabei schlagen wir praktisch zwei Fliegen mit einer Klappe." Während des Drehs und im Laufe der Vorbereitungen trainieren die Schüler ganz nebenbei selbstbewusstes, kompetentes Auftreten und lernen sich zu präsentieren. Der fertige Film, mit dem die Schüler ihre Bewerbungen ergänzen können, sei dann noch die Krönung des Ganzen.

Gemeinsam mit Journalist und Filmemacher Stefan Adam war Walesch zwei Tage lang in der Albecker-Tor-Schule in Langenau am Werk. Zehn Schüler der neunten Klassen konnten dabei Bewerbungstraining mit dem Erwerb von sprachlichen und sozialen Kompetenzen verbinden.

In den jeweils dreiteiligen Clips stellen sich die Schüler zunächst einmal persönlich vor und zeigen dann, wie sie am liebsten ihre Freizeit verbringen, beispielsweise mit Tennis, Fußball oder ihren Haustieren. Im dritten Part werden sie bei ihrem Traumberuf gefilmt - als Kunststofftechniker, Mechaniker oder Koch.

Jaqueline Manz will Erzieherin werden: "Im Kindergarten dürfen wir aber nicht filmen. Deswegen zeige ich, wie ich jüngeren Schülern bei den Hausaufgaben helfe." Vor der Kamera zu stehen, ist für die Schüler der Albecker-Tor-Schule Neuland - und manchmal gar nicht so einfach. "Man darf nicht zeigen, dass einem kalt ist, man darf nicht in die Kamera schauen und vor allem nicht lachen", erklärt die 15-Jährige.

Walesch als Theaterpädagoge bereitet die Schüler auf die Interviews vor, die aus dem Off im dritten Teil des Films zu hören sind. "Aber wir üben diese Interviews nicht im eigentlichen Sinne", erklärt er. Denn nichts sei schlimmer als auswendig gelernte, heruntergeleierte Antworten. Schließlich sollen die Schüler auch im echten Bewerbungsgespräch spontan auf Fragen reagieren und ihr Gegenüber von sich überzeugen können.

Das Feedback zu den Clips ist positiv: "Wir haben schon öfters von Schulen und Schülern die Rückmeldung bekommen, dass die Bewerbungsvideos bei der Ausbildungsplatzssuche ein Bonus waren", sagt Walesch.

Annegret Gross, Lehrerin an der Albecker-Tor-Schule, ist ebenfalls von dem Projekt überzeugt. Die Schüler würden vor die Herausforderung gestellt, sich präsentieren zu müssen. Die Clips seien am Ende viel persönlicher als eine trockene, rein schriftliche Bewerbung. "Außerdem möchten wir unseren Schülern so viel wie möglich bieten, um ihnen den bestmöglichen Ausbildungsplatz zu verschaffen." Bei den Mädchen und Jungen sei das Interesse groß gewesen, es habe sogar eine Warteliste für die zehn begehrten Plätze im Workshop gegeben.

"Wir glauben, dass wir so einfach bessere Chancen haben, wenn wir uns dann bewerben wollen", erklärt Christine Markus.

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