Mehr Geld für besseres Internet

Die Gemeinde Nellingen gibt Geld aus, um Bewohner und Betriebe mit einem leistungsstarken Datennetz zu versorgen.

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Wenn’s nach Plan läuft, haben die 45 Betriebe im Gewerbegebiet von Ende 2018 an schnelles Internet.  Foto: 

Die Entfernungen innerhalb der Gemeinde Nellingen mit den Ortsteilen Oppingen und Aichen sind überschaubar. Deshalb ist es für viele der knapp 2000 Einwohner nicht nachvollziehbar, dass beim Thema schnelles Internet manchmal nur eine Entfernung von ein paar Metern im Flecken darüber entscheiden, ob man sich im World Wide Web (WWW) im Schneckentempo oder mit Turbogeschwindigkeit bewegt.

Patrick Burger von der Firma GeoData hat herausgefunden, dass der Datenfluss in Oppingen zwei Megabit, im Gewerbegebiet sechs Megabit und in Nellingens Ortsmitte immerhin 50 Megabit beträgt. Diese Firma, die sich auf den Ausbau des Breitbandes spezialisiert hat, hatte in den vergangenen Monaten die Versorgungssituation im Ort untersucht.

Die gute Nachricht gleich vorweg: Wenn alles nach Plan läuft, werden bis Ende nächsten Jahres viele Internetnutzer in Nellingen und den Ortsteilen mit 50 bis 100 Megabit surfen, ist sich Burger sicher. Die Weichen dazu hat der Gemeinderat am Montagabend gestellt.

Das Gremium ist sich einig, dass sich die Gemeinde an die so genannte Backbone-Trasse anschließt, die einmal von Westerheim über Laichingen und Merklingen unter der Autobahn hindurch nach Nellingen führt. Die Trasse verläuft in weiten Teilen entlang der Landesstraße 1230. Der sogenannte PoP-Standort ist in einer Garage bei der Schule vorgesehen. Dieser „Point of Presence“ ist das Zentrum des Glasfasernetzes, das in seiner Funktion vergleichbar ist mit den Hauptverteilern von Kupfernetzen. Von dort aus erhalten nach und nach, so wie der Gemeinderat den Ausbau beschließt, die einzelnen Haushalte ihre Glasfaseranbindung. „Nellingen kann in Zukunft den FTTB-Ausbau nach eigenem Bedarf und unabhängig von Dritten weiter voranbringen“, ergänzt Fachmann Burger. FTTB bedeutet das Verlegen von Glasfaserkabeln bis ins Gebäude. Als Beispiel nennt er die Verbesserung der Versorgung in den nördlichen und nordwestlichen Baugebieten Nellingens.

Von der Schule aus zweigt dann die Backbone-Trasse in die Aufhauser Straße ab. Von dort aus geht es über die Römerstraße in die Oppinger Straße, sodass dort die angrenzenden 45 Betriebe vom schnellen Internet profitieren. „Das ist uns ganz wichtig“, unterstrich Bürgermeister Franko Kopp gleich mehrmals während der knapp eineinhalbstündigen Informations- und Diskussionsrunde. Außerdem können im Zuge der Bauarbeiten gleich noch 50 Hausanschlüsse gelegt werden.

Die Kosten liegen bei rund 427.000 Euro. Auch wenn noch kein Zuschussbescheid aus dem Innenministerium vorliegt, geht Kopp davon aus, dass der Förderantrag bewilligt wird. Das habe ihm der zuständige Sachbearbeiter in Stuttgart bereits mündlich signalisiert. Sobald der Bescheid vorliegt, schreibt die Gemeinde die Bauarbeiten aus. Das Rathaus geht davon aus, dass der Eigenanteil bei knapp 200.000 Euro liegt. In diesem Betrag sind 74 000 Euro für die privaten Anschlüsse bereits eingerechnet. Laut Kämmerer Werner Zimmermann plant die Verwaltung, die Hausanschlüsse über eine Pauschale abzurechnen.

Bürgermeister Kopp weiß, dass ein schnelles Internet heute nicht nur bei den Betrieben, sondern auch für Privathaushalte ein wichtiger Standortfaktor ist. Deshalb wird von der Oppinger Straße aus das Glasfaser zum 2,1 Kilometer entfernten Ortseingang Oppingen verlegt. Vom dortigen Kabelverzweiger können dann die Haushalte über die bestehende Kupferleitung angefahren werden. Die Datenmenge, so Burger, betrage dann immer noch bis zu 50 Megabit. Das begrüßt Kopp ausdrücklich: „Man darf den Zug nicht verpassen.“ Bislang sind in diesem Ortsteil nämlich nur zwei Megabit möglich.

Inzwischen hat sich auch die Telekom zu Wort gemeldet. Sie hat nach wie vor im Ortskern von Nellingen in Sachen Breitband das Sagen. Dem Bürgermeister ist es recht, denn der Konzern sieht vor, die Bandbreite rund ums Rathaus von 50 Megabit auf 100 Megabit zu erhöhen.

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