Bernstadter Grundschüler erschaffen Landart

Kunst und Natur. Wie beides zusammenpasst und sich ergänzt, haben Bernstadter Grundschüler beim Landart-Tag im Lonetal ausprobiert.

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Bernstadter Grundschüler beim Landart-Tag im Lonetal: Sie bauen eine Burg für ihren „Schneckenkönig“.  Foto: 

Landart oder Land Art ist eine Ende der 1960er-Jahre in den USA entstandene Strömung der bildenden Kunst. Für die Rektorin der Bernstadter Grundschule, Marion Kromer, ist das Schaffen von Kunstwerken in der und mit der Natur ein in vielerlei Hinsicht wertvolles Erlebnis – gerade für Kinder. Alle vier Jahre richtet ihre Schule deshalb einen Landart-Tag im Lonetal aus. „Wir wollen, dass jedes Kind während seiner Grundschulzeit einmal die Gelegenheit hat, daran teilzunehmen“, sagt Marion Kromer.

In jahrgangsübergreifenden Gruppen widmen sich die Kinder an diesem Tag rund um die Fohlenhaus-Höhle im Lonetal verschiedensten Projekten. In diesem Jahr wurden Spuren, Linien, Labyrinthe und Spiralen aus Gräsern, Holz, Blumen und Blättern gelegt, Riesenmandalas aus Naturmaterialien geschaffen, geheimnisvolle Hütten und Höhlen für winzige Waldbewohner errichtet, ein Barfußpfad aus Tannennadeln, Zapfen, Erde und Ästen angelegt und phantasievolle Mobiles aus Fundstücken gebastelt. In einer Steinwerkstatt entstanden mächtige Burgen und kleine Häuschen, aus Moosen, Ästen, Blüten und Gräsern, filigrane Feen und knorrige Waldgeister.

„Beim Landart-Tag stehen nicht die intellektuellen Fähigkeiten im Vordergrund“, erklärt die Schulleiterin. Vielmehr seien Phantasie und Kreativität gefragt: „Ein Erstklässler kann hier genauso gut und geschickt sein wie ein Viertklässler.“ Die Zusammenarbeit von „Kleinen“ und „Großen“ stärke das Miteinander an der Schule; zudem profitierten die jüngeren Schüler stark von den sozialen und personalen Kompetenzen der älteren – und umgekehrt. „Die Großen beziehen die Kleinen mit ein, sie übernehmen Verantwortung und übertragen ihnen Aufgaben“, schildert die  Pädagogin ihre Erfahrungen.

Vorgaben, wie die einzelnen Themen zu bearbeiten sind, gibt es nicht. „Uns ist wichtig, dass unsere Schüler die Natur in ihrer Umgebung erleben“, sagt Marion Kromer. Das sei heute in vielen Familien nicht mehr selbstverständlich. Aktionen wie der Landart-Tag, die zum Entdecken von Wald und Flur einladen, seien daher besonders wertvoll. „Hier kommen alle Sinne zum Einsatz“: Die Kinder dürften nach Herzenslust im Dreck wühlen, im kühlen Wasser der sanft plätschernden Lone planschen und ausprobieren, was sich mit Naturmaterialien alles gestalten lässt.

„Landart ist ein Gegenpol zu unserer Leistungsgesellschaft“, sagt die Pädagogin. Es gehe nicht um Perfektion, es werde nichts bewertet. Und am Ende blieben die geschaffenen Kunstwerke in der Natur und vergingen nach und nach. „Auch das müssen die Schüler aushalten.“ Die Botschaft laute: „Man kann nicht alles mitnehmen und bewahren.“

Bevor aber Wind und Wetter die Arbeiten der Grundschüler nach und nach umgestalten, können sie auf der Wiese und im Wald gegenüber dem Fohlenhaus besichtigt werden. Einzig die verwendeten Steine wird eine Schülergruppe morgen aus der Wiese sammeln. Nicht dass bei späteren Mäharbeiten die Maschinen der Landwirte von den Resten der Landart beschädigt werden.

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