Bermaringer verabschieden Schulleiter Schäfer

„Bei uns ist immer ein Platz für Sie.“ Das versprechen die Bermaringer dem scheidenden Rektor Hans Martin Schäfer nach 15 Jahren an der Grundschule.

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Abschiedsschmerz vom Pauker? Für Außenstehende waren die Szenen, die sich gestern in Bermaringen abspielten, kaum zu verstehen. Als der Leiter der Grundschule, Hans Martin Schäfer, in den Ruhestand verabschiedet wurde, jubelten ihm Kinder zu, Eltern war anzusehen, dass sie nur ungern Abschied nehmen wollten. Es war von „Lehrer und Schulleiter mit Leib und Seele“ die Rede, von „Papa Schäfer“, Bescheidenheit, Menschlichkeit, vollem Einsatz und viel Humor. Doch auch wenn die Bermaringer ihn am liebsten behalten hätten: Das Regierungspräsidium Tübingen hatte dem Antrag auf Versetzung in den Ruhestand stattgegeben und bedankte sich bei Schäfer für „die dem Land geleisteten treuen Dienste“ – in der von Schulamtsdirektor Wilhelm Hitzler ausgehändigten Urkunde.

Im Grunde gönnen die Bermaringer Schäfer, mehr Zeit für sich, seine Familie – insbesondere seine vier Enkel – zu haben. Es sei eben schwer „einen Schäfer, der nun seine Herde verlässt“, ziehen zu lassen, so formulierte es Bürgermeister Thomas Kayser. Die Vorsitzende des Elternbeirats, Elli Skrobanovic, lud Schäfer schon einmal zum nächsten Schulfest und zum „Heckafeschd“ ein: „Bei uns ist immer ein Platz für Sie.“

Ursprünglich stammt Schäfer aus dem Raum Reutlingen und  wollte nach dem Studium „allenfalls bis Urach“ versetzt werden. Als in seinem Bescheid Berghülen stand, habe er erst einen Wochenendausflug unternehmen müssen, um den Ort zu finden, sagte Schäfer in seiner Abschiedsrede. Sein erster Eindruck damals: „Schule? – na ja.“ Die Halle und der Sportplatz dahinter habe ihn halbwegs beruhigt. „Da ka ma was draus macha“, sagte sich der begeisterte Amateursportler. Und so wie Schäfer im Sportplatz Potenzial sah, entdeckte das Schulamt es in dem jungen Lehrer. „Sicher und bestimmt im Auftreten, umsichtig, aufmerksam, freundlich, verständnisvoll, aufgeschlossen, gütig“, zitierte Hitzler aus der ersten Beurteilung. Er war es wohl auch, der Schäfer die Stelle in Bermaringen vorschlug. Die Bewohner des Blausteiner Teilorts seien zwar ein bisschen „Bsondre“, würden aber zu ihm passen. Schäfer stimmt im Rückblick zu: 15 Jahre sei  Bermaringen „Teil meines Denkens und damit Teil meines Lebens gewesen und ich stelle fest: Es hat gepasst“.

Zum Monatsende endet sein Dienst. Dann will Hans Martin Schäfer wieder mehr Tennis spielen.

Schüler umrahmten das Abschiedsfest mit Auftritten. Höhepunkt: Die Übergabe einer Tonschale mit den Namen aller Kinder. „Die Schale bekommt einen Ehrenplatz“, bedankte sich der scheidende Rektor. Seine Nachfolge wird bald entschieden, sicherte Hitzler zu.

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