Bauhof bringt Leitborde an Ulmer Straße an: Rat will Raser ausbremsen

In der Ulmer Straße in Thalfingen sollen Leitbord-Gliedersteine künftig dazu beitragen, dass Autofahrer ihr Tempo in der 30er-Zone drosseln. Für die steile Badbergstraße kommt diese Lösung nicht in Frage.

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Die Badbergstraße am Ortseingang von Thalfingen ist eine der steilsten Straßen in der Gemeinde Elchingen – und damit im Winter schon heute gefährlich. Nun war im Gespräch, die Autofahrer mittels Leitborde abzubremsen. Der Gemeinderat entschied sich jedoch dagegen. Aus Sicherheitsgründen.  Foto: 

Um in die Thalfinger Grundschule zu gelangen, müssen einige Buben und Mädchen die Ulmer Straße queren. Eine Straße, auf der Tempo 30 gilt. Nur halten sich viele Autofahrer nicht daran. Laut Polizei Neu-Ulm wurde „bei den letzten zwei Messungen“ die Geschwindigkeit von 466 Fahrzeugen kontrolliert. 24 Fahrer, also mehr als fünf Prozent, waren bis zu 20 Kilometer pro Stunde (km/h)zu schnell. Einer sogar mehr als 20 km/h.

Um Anwohner und Schulkinder zu schützen, hatten alle Ratsfraktionen im November gemeinsam einen Antrag bei der Verwaltung eingereicht. Sie forderten darin „eine fachliche Untersuchung von möglichen baulichen und signaltechnischen Maßnahmen“.

In der jüngsten Sitzung des Gemeinderats fand sich eine Lösung. Zumindest für die Ulmer Straße. Dem Beschluss zufolge sollen in Fahrtrichtung Osten zwischen Einmündung Schützenweg und Schulstraße ebenso „zwölf rot-weiße Leitbord-Gliedersteine“ aus Kunststoff angebracht werden wie in Fahrtrichtung Westen nach der Einmündung Neuer Weg. Dies soll die Straße verengen, die Autofahrer bremsen. Kosten: rund 1000 Euro je Engstelle, inklusive rot-weiß-reflektierende Leitbake, Auffüllen mit Granitschotter und Arbeitsaufwand.

Auch für die Badbergstraße am Thalfinger Ortseingang von Böfingen kommend war eine solche Lösung angedacht gewesen, wie es sie schon im Weitfelder Weg gibt. Doch die Elchinger Lokalpolitiker entschieden sich dagegen. Vor allem Rudolf Niedermeier von den Freien Wählern (FWE), der im Auftrag der Gemeinde Bauhofarbeiten übernimmt, warnte: „Die Situation dort ist mit dem Weitfelder Weg nicht vergleichbar.“ Die Badbergstraße sei eine der steilsten Straßen in der ganzen Gemeinde. „Gefährlich ist da gar kein Ausdruck.“ Niedermeier bezeichnete die Leitborde „bei extremen Bedingungen“, also etwa Glätte, als „Schanze nach unten“.

Eine Ansicht, der sich die anderen Ratsmitglieder anschlossen. Und dennoch debattierten sie intensiv darüber, wie Raser dort ausgebremst werden können. Matthias Bloching von der Unabhängigen Freien-Wähler-Gemeinschaft (UFWG) plädierte dafür zu prüfen, ob mittels zweier Ampeln der Verkehr gebremst werden könne. Die Lichttechnik solle „so schalten, dass nur bei Tempo 30 grün ist“. Als Beispiel nannte Bloching Pfuhl, wo es nur bei 50 Kilometer pro Stunde eine grüne Welle gibt.

„Wir prüfen gerne nach, ob eine Schlafampel möglich ist“, entgegnete Bürgermeister Joachim Eisenkolb. Das Problem sei aber, dass in Tempo-30-Zonen grundsätzlich keine Ampeln zulässig seien. Jene in der Ulmer Straße sei schon da gewesen, bevor dieses Limit eingeführt wurde. Die Frage sei nun, „ob uns diese Ampel genommen wird“, wenn eine neue eingesetzt werden soll. In 30er-Zonen sehe der Gesetzgeber eben große Hürden vor. „Bei Tempo 50 darf ich alles machen.“

Die Idee von Ampeln, die Raser mittels Messstreifen im Boden ausbremsen, fand auch bei Reinhard Rotermund von der Elchinger Umweltliste (Eule) Anklang. Er wies zudem aber noch darauf hin, dass sich auch Messgeräte, die die aktuelle Geschwindigkeit anzeigen, bewährt hätten. Etwa an der Klostersteige in Oberelchingen. „Die Bürger haben es sehr positiv aufgenommen.“

Letztlich votierten 14 Ratsmitglieder dafür, an den beiden Stellen in der Ulmer Straße Leitbord-Gliedersteine anzubringen und die Idee mit den Ampeln weiter zu verfolgen. Matthias Bloching und Karin Batke (beide UFWG), Josef Mayer (FWE) sowie Bürgermeister Eisenkolb stimmten dagegen.

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