Bariton singt Volkslieder

Er sang nicht nur Volkslieder, sondern erläuterte auch etwas zu deren Entstehung: Christoph von Weitzel trat in Laichingen auf.

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Gelungener Auftritt: Christoph von Weitzel und Ulrich Pakusch.  Foto: 

„Schläft ein Lied in allen Dingen.“ Unter dieses Motto stellte Bariton Christoph von  Weitzel sein Konzert mit den von ihm ausgewählten schönsten deutschen Volksliedern. Das Volkslied wieder zu entdecken, war sein Ziel. Das ist ihm nicht nur bei seinen Konzerten in Neuseeland und Südafrika gelungen, sondern erst recht in der Heimat des deutschen Volksliedes und da im ländlichen Raum: Am Samstag gastierte er in Laichingen.

Lieder, die dem Volke einst gefielen, so, könnte man Volkslied definieren. Doch tatsächlich streiten sich Weitzel zufolge sogar die Wissenschaftler um eine Definition. Dass jedoch in allen Dingen ein Lied schlafe, das bewies er mit seinem Programm allemal. Vom täglichen Leben der Menschen in ihrem Lebens-, Jahres- und Tageslauf handeln die Texte, meistens Gedichtvertonungen. Allein von Joseph von Eichendorff wurden 5000 Gedichte zu Liedern vertont. Manchen Text versuchte von Weitzel zu interpretieren. So meint er im Lied „Am Brunnen vor dem Tore, da steht ein Lindenbaum“ eine Todessehnsucht zu erkennen. „Komm her zu mir Geselle, hier find‘st du deine Ruh“, lockt der Baum im Lied. Solcherlei Hintergrundwissen vermittelte der Sänger im Plauderton vor 60 Zuhörern.

Wenn der Bariton jedoch seine Stimme erhob und in zarten Klängen den anbrechenden Tag, die güldene Sonne illustrierte, wenn er mit Verve den lieben Mai herbeisang und hauchend ein stilles Tal im schönsten Wiesengrunde skizzierte, dann fühlte man sich versetzt in diese von Dichtern verfassten Schilderungen.  Öde Strophenlangeweile? Niemals. Er wusste die vielen unterschiedlichen Textinhalte, „die alle in ein und derselben Melodie transportiert werden“, dramaturgisch zu singen, dass sich dem Publikum die bekannten Texte fast neu erschlossen. Und es begeistert mitsang, wenn er dazu einlud.  Sein Partner am Klavier, Ulrich Pakusch, hat wunderbare kontrastreiche Klaviersätze geschaffen. Mit Vor-, Zwischen- und Nachspielen oder gar Übergängen entstanden so aus schlicht gehaltenen Liedern musikalische Perlen.

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