AWG baut für 2,5 Millionen Euro Firmensitz in Ballendorf aus

Der Feuerwehrausrüster AWG investiert 2,5 Millionen Euro in ein neues Logistikzentrum. Sobald dieses in Betrieb geht soll die Verlagerung des Unternehmens von Giengen nach Ballendorf abgeschlossen sein.

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Spatenstich für den AWG-Ausbau in Ballendorf (von links): Benjamin Demling (Bauleiter), Heinz-Uwe Vogel (kaufmännischer Leiter), Ulrich Keller (Produktionsleiter), Architekt Karl-Günther Wolf, Geschäftsführer Henning Klempp, Betriebsratsvorsitzender Carmelo Pingo, Bürgermeisterin Renate Bobsin, Hermann Schmid (Verwaltungsverband Langenau).  Foto: 

Zwei Kilometer sind es ungefähr von Ballendorf zur A 7 - Luftlinie. Die Straßenstrecken zu den nächsten Autobahnauffahrten bei Langenau und bei Niederstotzingen sind erheblich weiter. Trotz der nicht besonders verkehrsgünstigen Lage der 660 Einwohner zählenden Gemeinde hat der Feuerwehrausrüster AWG Fittings zum Jahreswechsel 2012/2013 seinen Firmensitz hierher verlagert. Am Gründungsstandort der Armaturenfabrik Max Widenmann in Giengen/Brenz befindet sich lediglich noch ein Lager. Im Mai nächsten Jahres soll auch dieses aufgelöst werden, denn bis dahin soll das neue AWG-Logistikzentrum in Ballendorf fertig sein. Gestern war Spatenstich.

Mit dem etwas abgelegenen Standort hat AWG-Geschäftsführer Henning Klempp kein Problem, er kokettiert sogar ein bisschen mit der versteckten Lage: "Wir sagen ,hidden champion." Die AWG-Gruppe, zu der auch die Marken Alco und Lancier gehören, sei der führende Hersteller von Feuerwehrarmaturen und Löschgeräten in Europa. Kunden in 70 Ländern werden Klempp zufolge beliefert, im vergangenen Jahr habe das Unternehmen mit 210 Beschäftigten einen Umsatz von 37,8 Millionen Euro erzielt. "Und wir wollen weiterhin wachsen."

Dazu soll auch das neue Logistikzentrum beitragen. Die Halle mit einer Grundfläche von 1100 Quadratmetern werde Platz für 1800 Gitterboxen und Paletten bieten sowie 11 000 Stellplätze für Kleinteile. Dank elektronischer Steuerung und Robotertechnik soll der Nachschub für die Produktion reibungslos funktionieren. Außerdem werde der Versand, bisher teilweise an ein Logistikunternehmen vergeben, komplett ins Haus geholt. Davon verspricht sich das Unternehmen schnellere Abläufe und kürzere Lieferzeiten für die Kunden.

Auf 2,5 Millionen Euro beziffert der Geschäftsführer die Investition. Damit setzt AWG den Ausbau des neuen Firmensitzes fort. In den Jahren 2012 und 13 sind nach Unternehmensangaben bereits etwa zwei Millionen Euro, unter anderem in ein neues Verwaltungs- und Vertriebsgebäude investiert worden.

Mit Fertigstellung des Logistikzentrums kommt auf Ballendorf auch mehr Verkehr zu. Die Lieferwagen und Sattelschlepper sollen künftig aber nicht mehr durch die Ortsmitte und Wohnstraßen zur AWG fahren. Von der Kreisstraße 7309 her, die von Ballendorf nach Setzingen führt, soll eine neue Zufahrt gebaut werden. Der Entwurf des Bebauungsplans "Lange Äcker" sieht zudem etwa 10 000 Quadratmeter Gewerbeflächen für kleine Betriebe vor. Bürgermeisterin Renate Bobsin hofft, auf ein zügiges Verfahren, so dass die neue Erschließungsstraße nicht viel später fertig wird als das Logistikzentrum. Etwa 230 000 Euro (plus Grunderwerb) gibt die Gemeinde für die Straße aus, der Zuschuss aus dem Ausgleichstock des Landes beträgt 100 000 Euro. Einen Effekt für die Gemeindekasse erwartet die Bürgermeisterin auch vom AWG-Ausbau: "Wir hoffen auf langfristige Teilhabe am Erfolg."

Seit fünf Jahren bei Paragon

Eigentum Das frühere Familienunternehmen AWG (Armaturenfabrik Max Widenmann, Giengen) gehört seit 2010 der Beteiligungsgesellschaft. Das in München ansässige Unternehmen investiert nach eigenen Angaben nur "in etablierte, mittelständische Unternehmen mit signifikantem operativen Wertsteigerungspotential". Auf bestimmte Bereiche ist Paragon nicht festgelegt: "Nachhaltige Geschäftsmodelle sind in nahezu allen Branchen zu finden."

SWP

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