Auch der Klang wird saniert

Das Gerüst soll in wenigen Wochen verschwunden sein. Im Inneren des Turms der Kirche Mariä Himmelfahrt in Tomerdingen werden die Arbeiten nach dem Jahreswechsel fortgesetzt. Dann gehts um den Klang.

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Sobald die neuen Ziffernblätter der Turmuhr montiert sind, soll das Gerüst an der Tomerdinger Pfarrkirche abgebaut werden. Foto: Volkmar Könneke

Putz und Farbe am Turm der Tomerdinger Pfarrkirche sind bereits erneuert worden. Vor allem auf der Westseite war die Fassade rissig und wegen des Algenbewuchses unschön geworden. In Absprache mit der Denkmalschutzbehörde wurden auch die alten Fenster ausgetauscht. Die seit September dauernde Sanierung von Mariä Himmelfahrt ist allerdings noch längst nicht abgeschlossen. Der Umgang auf Höhe der Glockenstube weist Risse auf, die abzudichten sind. Dort oben soll auch ein neues, höheres Geländer installiert werden. Ferner sind noch vier neue Ziffernblätter für die Turmuhr in Arbeit, die im Laufe dieses Monats montiert werden. Dann kann das Baugerüst abgebaut werden. Die Hoffnung der Kirchengemeinde, die Arbeiten noch vor Weihnachten abzuschließen, geht allerdings wohl nicht in Erfüllung. Der neue Glockenstuhl kann voraussichtlich erst im Januar eingebaut werden.

Vor Beginn der Turmsanierung hatte Dr. Hans Schnieders, Glockensachverständiger des Amts für Kirchenmusik der Diözese Rottenburg-Stuttgart, der Tomerdinger Pfarrkirche einen Dienstbesuch abgestattet. Schnieders stellte fest, dass der stählerne Glockenstuhl, der vermutlich aus den 1930er Jahren stammt, "deutliche Korrosionsspuren" aufweist. Die Tragfähigkeit sei zwar nicht akut gefährdet, die Empfehlung des Sachverständigen aber lautete: "Auf lange Sicht wird der Austausch des Stahlglockenstuhls unvermeidbar sein, dabei sollte dann möglichst ein beständiger Holzglockenstuhl eingebaut werden." Diesen Ratschlag hat die Kirchengemeinde befolgt und einen Glockenstuhl aus Eichenholz in Auftrag gegeben.

Als problematisch hat Schnieders das Joch beschrieben, also die eigentliche Aufhängung der größten der vier Glocken. Die Konstruktion sei nicht besonders stabil, zudem angerostet und stelle "ein nicht unerhebliches Sicherheitsrisiko dar". Schnieders betont in seinem Bericht, "das alte Stahljoch möglichst umgehend durch ein neues Holzjoch zu ersetzen". Trotz dieser Diagnose des Sachverständigen besteht keine akute Gefahr, denn die große, knapp 1,4 Tonnen schwere Glocke, wird seit etwa einem Jahr nicht mehr geläutet.

Was Schnieders von den anderen drei Glocken zu hören bekam, hat ihm nicht unbedingt gefallen. Glocke 3 bescheinigte er einen "schneidend-aggressiven Klang". Verantwortlich dafür sei, dass der Klöppel viel zu hoch an der Glocke anschlägt. Überhaupt seien die Klöppel viel zu hart, "klanglich unbefriedigend" und mitverantwortlich dafür, dass die Anwohner das Läuten als zu laut empfinden. Ein Grund dafür dürften auch die vier Schallöffnungen im Turm sein, deren Konstruktion "zu einer sehr direkten Schallabstrahlung in die unmittelbare Umgebung" führe. Aus diesem Grund ist das Stundengeläut der Pfarrkirche abends nur bis 22 Uhr zu hören, nachts ist es abgestellt. Auch die Klang und Schallprobleme sollen im Zuge der weiteren Renovierung behoben werden. Die Kirchengemeinde hofft, dann wieder rund um die Uhr die Zeit bekanntgeben zu können.

Die Sanierung des Turms einschließlich Glockenstuhl- und Uhr-Erneuerung kostet etwa 270 000 Euro. Bei der Finanzierung kann die Kirchengemeinde auf die Spendenbereitschaft und Tatkraft vieler der insgesamt etwa 1200 Mitglieder setzen. Die Gemeinde Dornstadt beteiligt sich mit 47 500 Euro.

Glocken aus Nersingen
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