Weg mit Acht-Bett-Zimmern

Dornstadt.  46 Millionen Euro steckt die Bundeswehr in den nächsten vier Jahren in Umbauten und Modernisierungen der Rommel-Kaserne in Dornstadt. Unter anderem sind vier neue Unterkunftsgebäude geplant.

Fast 50 Jahre alt ist die Rommel-Kaserne in Dornstadt, die nach dem Abzug der Leopard-Panzer seit 1993 in erster Linie Logistiktruppen beherbergt. Etwa 1500 Soldaten absolvieren dort Zur Zeit ihren Dienst. Die können jetzt fast sicher sein, dass ihre militärische Heimat auch nach den von Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg geplanten Umbau der Streitkräfte bestehen bleibt. Gestern haben Dierk Nülle, Leiter des Staatlichen Hochbauamts Ulm, und Kasernenkommandant Oberstleutnant Georg Alexander von Harling den Startschuss für umfangreiche Arbeiten in der Kaserne gegeben. Etwa 46 Millionen Euro sollen in den nächsten vier Jahren investiert werden.

Derzeit teilen sich manche Soldaten noch Acht-Mann-Stuben. Auch Etagenduschen und Sammeltoiletten gehören zum Kasernenalltag. Der soll sich bald ändern. Bis zum Jahr 2014 werden vier alte Unterkunftsgebäude abgerissen und durch neue mit jeweils 42 Wohneinheiten ersetzt. Die Ein- und Zweibettzimmern werden über Internet-, Telefon- und TV-Anschluss verfügen. Die Bewohner von zwei Zimmern werden sich ein mit Toilette und Dusche ausgestattetes Bad teilen. Die Kosten dafür belaufen sich auf etwa 17 Millionen Euro.

Enge Schutzräume im Keller, wie sie Anfang der 1960er-Jahre noch gebaut wurden, sind nicht mehr notwendig. In den neuen Unterkunftsgebäuden wird es auch keine Dienstzimmer mehr für den Kompaniechef und seinen Feldwebel geben. Büros und Lehrsäle sind ebenfalls nicht vorgesehen. Sie werden im neuen, knapp sieben Millionen Euro teuren zentralen Dienst- und Funktionsgebäude eingerichtet. Dort werden ferner vier Hörsäle eingebaut. Weitere 22 Millionen Euro verplant das Hochbauamt Ulm für Instandsetzungen in der Rommel-Kaserne, für energetische Sanierungen und für den Umbau des etwa 40 Jahre alten Offizier-Kasinos.

Investitionen in dieser Größenordnung sind Hochbauamtsleiter Dierk Nülle zufolge dank des Konjunkturprogramms sowie weiterer Sonderprogramme des Bundes möglich. "Die Kaserne bekommt ein neues Konzept, eine neue Identität, sie richtet sich am neuen Bild der Bundeswehr aus."

Oberstleutnant von Harling, Kommandant der Rommel-Kaserne, freut sich mit seinen Soldaten auf "die hellen und luftigen Bauten". Die Trennung von Unterkunfts- und Funktionsräumen werde ebenfalls begrüßt. Er wisse, es sei nicht selbstverständlich, dass die Bundeswehr in der heutigen Zeit so viel Geld in eine militärische Liegenschaft stecke, sagte Harling. Er werte dies als gutes Zeichen, dass die Rommel-Kaserne "gut aufgestellt" sei und sich in Zeiten geplanter Standortschließungen keine großen Sorgen mache müsse.


Kommentare (1)

30.07.2010 15:04 Uhr |  Fernando

Die Rommelkaserne ist sicher

......."Er werte dies als gutes Zeichen, dass die Rommel-Kaserne "gut aufgestellt" sei und sich in Zeiten geplanter Standortschließungen keine großen Sorgen mache müsse."

Wenn der Herr von Karling das wirklich glaubt, dann glaubt er auch noch an den Osterhasen, den Weihnachtsmann und an das Christkind. Wohl eher spricht aber da die Bundeswehrpropaganda aus ihm. Die Vergangenheit hat uns gelehrt, dass die Steuergeldvernichtungsmaschine Bundeswehr, die sich seit 1990 zu Tode transformiert und strukturiert, grundsätzlich alle Liegenschaften dann abstößt und schließt, wenn Unsummen in deren Renovierung geflossen sind. Traurige Bespiele hierfür: BWK Leipzig (dreistelliger Millionenbetrag), BWK Amberg (dreistelliger Millionenbetrag), Jägerkaserne Schneeberg (ca. 70 Millionen). So viel zum Thema, die Rommelkaserne ist sicher. Es darf herzlich gelacht werden!

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