Neues über die Venus
Schelklingen. Ein Begleitbuch zur Venus vom Hohlen Fels schildert demnächst Neues über den spektakulären Fund in Schelklingen. Von Samstag an ist die berühmte Höhle wieder für die Besucher geöffnet.
Die Aschewolke aus Island hat auch Auswirkungen auf das geplante Buch über die Venus vom Hohlen Fels. Denn die Autoren, Professor Nicholas Conard und Sybille Wolf, weilen wegen etlicher Verzögerungen im Flugverkehr noch in den USA. "Normalerweise müssten jetzt die Korrekturen gelesen werden", sagt Dr. Stefanie Kölbl vom Urgeschichtlichen Museum in Blaubeuren. Jetzt wird es knapp mit dem geplanten Veröffentlichungstermin im nächsten Monat. Bis Ende Juni soll das Werk über die Venus aber dann auf alle Fälle vorliegen. "Es wird wesentlich mehr darin zu lesen sein, als die allgemeine Öffentlichkeit bisher über die Venus weiß", sagt Kölbl. Das Buch sei der erste umfassende Beitrag in deutscher Sprache über den Jahrhundertfund. Im ersten Teil des Werkes beschreibt und interpretiert Conard die Details der Frauenstatuette. Im zweiten Teil berichtet dann Sybille Wolf über Frauendarstellungen in der Steinzeit. Dazu gibt es viele neue Fotografien der Venus, die bisher unbekannte Feinheiten zeigen. Die Museumsgesellschaft Schelklingen will sich an der Finanzierung des Buches beteiligen. "Wir haben vor, dabei mitzumachen", sagt der Vorsitzende Reiner Blumentritt.
Zurzeit laufen übrigens die Vorbereitungen für die Eröffnung der urgeschichtlichen Fundstelle Hohler Fels. Am kommenden Samstag, 1. Mai, ist die Höhle von 11 Uhr an wieder für Besucher offen. Wer will, kann also einen Ausflug in die schöne Mailandschaft mit einem Besuch des Entstehungsorts der Urzeitkunst kombinieren - der Hohle Fels liegt an einem Radwanderweg. Der berühmte Fundort ist danach bis Ende Oktober jeden Sonntag von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Auf Anfrage gibt es auch zu anderen Zeiten Führungen, dazu stehen die Höhlenführer Dieter Frey und Erwin Haggenmüller (Telefon: (07394) 595 oder (07394) 2685) bereit. Reiner Blumentritt rechnet mit einem wesentlich größeren Andrang der Gäste in diesem Jahr. "Es sind schon Besucher-Busse aus dem ganzen Land angemeldet", sagt Blumentritt. Die große Eiszeit-Ausstellung habe das Interesse am Hohlen Fels wachsen lassen.
Bis zur Eröffnung am Samstag werden jetzt noch die Wege und etliches mehr gerichtet. Außerdem sollen bald Repliken von Neandertaler-Funden im Hohlen Fels zu sehen sein, und ein neues Geländer soll das Innere der Höhle noch besser sichern. Am 21. Juni beginnen die Wissenschaftler dann wieder mit den Ausgrabungen, sie dauern bis Mitte August.
Die Museumsgesellschaft Schelklingen verlängert übrigens wegen des großen Erfolgs die Ausstellung mit Bildern des Künstlers Josef Klarl. Bis zum 16. Mai sind die Bilder des Tier- und Landschaftsmalers noch an den Sonn- und Feiertagen im Schelklinger Stadtmuseum zu sehen.
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Autor: BERNHARD RAIDT | 27.04.2010
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