Ein ganz neues Afrika
Bermaringen. Er fährt mit dem Rad von Kairo nach Kapstadt: Hartmut Bögel aus Blaustein. Rund 12.000 Kilometer wird er bis nach Südafrika auf dem Sattel verbringen. Pünktlich zur Fußball WM will der Blausteiner sein Ziel erreichen. In loser Folge berichtet Hartmut Bögel über seine Erlebnisse von unterwegs.
07.Februar
Wow, was für ein kraft-raubender Tag heute. Es hieß am Morgen Abschied nehmen von den überraschend guten, geteerten Straßen und knapp 100 km dirt road standen uns bevor.
Kurz bevor es in die Prärie ging, legten wir noch eine schöne lange Tee- und Kaffeepause ein und das sollten wir insofern noch bereuen, da uns diese Zeit am frühen Morgen später sehr fehlte. Doch der Kaffee war extraklasse und die Zubereitung ist absolute Frauensache; überall sind in den Dörfern vor den kleinen Läden Frauen zu finden die Tasse für Tasse extra brühen und in ihren Kesseln und Töpfen nochmals aufkochen, bevor das Koffeingebräu mit viel Zucker kochend heiß serviert wird- hey das gibt einen richtigen Kick so ein Kaffee. Die Frauen haben neben dem Kaffee auch diverse Tees, wie Schwarztee oder Gingertee im Angebot und es ist immer eine kleine Zeremonie wie alles zubereitet wird.
Doch das war es dann auch mit dem gemütlichen Teil des Tages; ausgewaschene Waschbrettstraßen stellten unsere Räder und unsere Kondition vor eine wahre Bewährungsprobe, besonders für all die Radler, die keine Federung in der Vordergabel haben, war es ein echt harter Ritt und unsere Arme wurden dermaßen zusammengestaucht und durchgeschüttelt das mir nun alles weh tut. Und morgen soll es grade so weitergehen, na klasse! Erst der Hintern, dann das Zahnweh (das anhält), dann das schmerzende Knie und der Muskelkater vom Fußballspiel und nun die Arme... um Jahre gealtert und malträtiert sitze ich also vor meinem Zelt und bin rundum zufrieden.
Um uns herum ist ein einfaches Dorf mit Strohdächern und alle Dorfbewohner sind in einem Abstand von vielleicht 50 Metern versammelt - getrennt nach Männern, Frauen, Buben und Mädchen - und schauen unserem Lagerleben interessiert zu. Manche der Männer haben gar ihre Betten hergetragen, damit das Beobachten auch in gemütlicher Position möglich ist... solch Unterhaltung und Abwechslung gibt es hier abseits der großen Straße sicherlich nicht oft... wie Fernsehen, nur viel viel besser und absolut live.
Überhaupt war es absolut phänomenal was wir heute auf dieser Route alles sehen und erleben durften, ein ganz neues Afrika als entlang der geteerten Straße. Wir kamen durch einige solcher einfachsten Siedlungen und die Menschen standen stundenlang am Weg und warteten begeistert auf uns weiße Radler und jubelten und klatschten und riefen und lachten uns entgegen... das war sowas von phänomenal. Entlang des Weges begegneten wir immer mal wieder Hirten mit ihren Tieren, die durchs ausgetrocknete Flussbeet zur Wasserstelle wanderten und Frauen und Mädchen mit großen Reisigbüscheln auf dem Kopf- die Arbeiten scheinen klar aufgeteilt zu sein. Sowohl die Hirten wie auch die Frauen freuten sich an uns, winkten und hatten Freude daran fotografiert zu werden für alle die, die nun eben nicht mit mir hier radeln können und trotzdem so ein wenig Anteil nehmen dürfen an diesen beeindruckenden Menschen und Landschaften, mit all ihren Farben und Weiten.
Herzliche Grüße von einem durchgerüttelten und ziemlich verdreckten Radfahrer aus Afrika (mehr Fotos gibt es am Ruhetag vom Internetcafe aus).
Wow, was für ein kraft-raubender Tag heute. Es hieß am Morgen Abschied nehmen von den überraschend guten, geteerten Straßen und knapp 100 km dirt road standen uns bevor.
Kurz bevor es in die Prärie ging, legten wir noch eine schöne lange Tee- und Kaffeepause ein und das sollten wir insofern noch bereuen, da uns diese Zeit am frühen Morgen später sehr fehlte. Doch der Kaffee war extraklasse und die Zubereitung ist absolute Frauensache; überall sind in den Dörfern vor den kleinen Läden Frauen zu finden die Tasse für Tasse extra brühen und in ihren Kesseln und Töpfen nochmals aufkochen, bevor das Koffeingebräu mit viel Zucker kochend heiß serviert wird- hey das gibt einen richtigen Kick so ein Kaffee. Die Frauen haben neben dem Kaffee auch diverse Tees, wie Schwarztee oder Gingertee im Angebot und es ist immer eine kleine Zeremonie wie alles zubereitet wird.
Doch das war es dann auch mit dem gemütlichen Teil des Tages; ausgewaschene Waschbrettstraßen stellten unsere Räder und unsere Kondition vor eine wahre Bewährungsprobe, besonders für all die Radler, die keine Federung in der Vordergabel haben, war es ein echt harter Ritt und unsere Arme wurden dermaßen zusammengestaucht und durchgeschüttelt das mir nun alles weh tut. Und morgen soll es grade so weitergehen, na klasse! Erst der Hintern, dann das Zahnweh (das anhält), dann das schmerzende Knie und der Muskelkater vom Fußballspiel und nun die Arme... um Jahre gealtert und malträtiert sitze ich also vor meinem Zelt und bin rundum zufrieden.
Um uns herum ist ein einfaches Dorf mit Strohdächern und alle Dorfbewohner sind in einem Abstand von vielleicht 50 Metern versammelt - getrennt nach Männern, Frauen, Buben und Mädchen - und schauen unserem Lagerleben interessiert zu. Manche der Männer haben gar ihre Betten hergetragen, damit das Beobachten auch in gemütlicher Position möglich ist... solch Unterhaltung und Abwechslung gibt es hier abseits der großen Straße sicherlich nicht oft... wie Fernsehen, nur viel viel besser und absolut live.
Überhaupt war es absolut phänomenal was wir heute auf dieser Route alles sehen und erleben durften, ein ganz neues Afrika als entlang der geteerten Straße. Wir kamen durch einige solcher einfachsten Siedlungen und die Menschen standen stundenlang am Weg und warteten begeistert auf uns weiße Radler und jubelten und klatschten und riefen und lachten uns entgegen... das war sowas von phänomenal. Entlang des Weges begegneten wir immer mal wieder Hirten mit ihren Tieren, die durchs ausgetrocknete Flussbeet zur Wasserstelle wanderten und Frauen und Mädchen mit großen Reisigbüscheln auf dem Kopf- die Arbeiten scheinen klar aufgeteilt zu sein. Sowohl die Hirten wie auch die Frauen freuten sich an uns, winkten und hatten Freude daran fotografiert zu werden für alle die, die nun eben nicht mit mir hier radeln können und trotzdem so ein wenig Anteil nehmen dürfen an diesen beeindruckenden Menschen und Landschaften, mit all ihren Farben und Weiten.
Herzliche Grüße von einem durchgerüttelten und ziemlich verdreckten Radfahrer aus Afrika (mehr Fotos gibt es am Ruhetag vom Internetcafe aus).
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08.02.2010
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