Arge Donaumoos: 25 Jahre Umweltschutz

Wer die Natur verändern will, muss langfristig denken. Dieser Grundsatz wurde bei der Jubiläumsfeier für die Arge Donaumoos deutlich.

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Den einzigartigen Naturraum mit Auwald, Mooren und 1300 Tier- und Pflanzenarten zu retten, war die Aufgabe, die am Anfang stand: Im Dezember 1990 hat sich deshalb die „Arbeitsgemeinschaft Schwäbisches Donaumoos“, kurz auch „Arge“ genannt, gegründet.

Bei der  Jubiläumsfeier im Zehentstadel in Leipheim stellte der erste Vorsitzende Christian Konrad anschaulich dar, was ihn damals zum Handeln bewog: „Das Moor hatte sich um 60 bis 70 Zentimeter abgesenkt.“ Ziel des Vereins sei daher zunächst gewesen, trocken gelegte Areale wieder zu bewässern. Das lief nicht ohne Kontroversen ab. Maßnahmen wie die Entbuschung um Platz für die moortypische Tier- und Pflanzenwelt zu schaffen, sorgten zum Beispiel für Kritik.

Ulrich Mäck, Geschäftsführer der Arge, richtete den Blick in die Zukunft. „Das Naturschutzgebiet umfasst nur zehn Prozent des Niedermoorkörpers.“ Aus diesem Grund sei die Arge in Zukunft auf die Zusammenarbeit mit den Landwirten angewiesen. Die seien Eigentümer der meisten Flächen im Moos.

Klaus Töpfer, ehemaliger Bundesumweltminister und Exekutivdirektor des Umweltprogramms der Vereinten Nationen, spannte als Festredner den Bogen zum Klimaschutz. Töpfer stellte die Frage, weshalb das Moor vor Jahrzehnten entwässert worden war. „Weil wir oft nur kurzfristig denken“, gab er die Antwort. Urbare Fläche sei zwar vor Ort geschaffen worden. An anderen Stellen sei es jedoch mangels Wasserspeicherkapazitäten im Boden zu verstärktem Hochwasser gekommen. Und im Sommer zu mehr Trockenheit. „Wenn wir in der Lage wären, Lernprozesse zu verkürzen, dann wäre das ein gutes Ergebnis von so einer Feier,“ sagte Töpfer.

Damit ein gelungenes Projekt wie das der Arge bestehe, sei es vor allem wichtig, die Bevölkerung mitzunehmen. Das habe er bereits bei Naturschutzprojekten in Afrika erfahren.

Ein Teil des Erfolges der Arge-Arbeit sehe er deshalb darin, dass es kein museales Projekt sei. Es gelte, das Naturschutzergebnis mit dem Stolz auf die Heimat zu verbinden, betonte Töpfer. Selbiges hat der Verein mit dem Anlegen von Spazierwegen, Tierbeobachtungsstellen und Erlebnispfaden beherzigt, wie die Günzburger stellvertretende Landrätin Monika Wiesmüller-Schwab bei der Feier erläuterte. Beweidungsprojekte mit Exmoor-Ponies, Wasserbüffeln, schottischen Hochland-Rindern oder Schafen, hatten zudem für Sympathien gesorgt.

Info 165 Mitglieder engagieren sich in der Arbeitsgemeinschft Schwäbisches Donaumoos. 2009 erhielt die Arge den Deutschen Landschaftspflegepreis. Außerdem wurde der Verein vor einer Woche mit dem Hauptpreis des Bayerischen Biodiversitätspreis ausgezeichnet.

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