Altlasten: Blaustein untersucht Meteor-Gelände

Blaustein hat das Meteor-Areal neben der Kalten Herberge in Klingenstein gekauft. Auf dem Gelände werden nun die Altlasten erkundet. Dort könnte ein Hotel entstehen. Ein Entwurf für den Ortskern ist in Arbeit.

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  • Fachleute ziehen Wasserproben aus Bohrlöchern: Das belastete Grundstück in der Nachbarschaft der Kalten Herberge gehört jetzt der Gemeinde. Foto: Matthias Kessler 1/2
    Fachleute ziehen Wasserproben aus Bohrlöchern: Das belastete Grundstück in der Nachbarschaft der Kalten Herberge gehört jetzt der Gemeinde. Foto: Matthias Kessler
  • Das Klingensteiner Schulhaus von 1911 ist verkauft. Foto: Volkmar Könneke 2/2
    Das Klingensteiner Schulhaus von 1911 ist verkauft. Foto: Volkmar Könneke
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Mit Kaufvertrag vom 22. August hat die Gemeinde Blaustein die Flurstücke 23/2, 23/4 und 23/5 in Klingenstein erworben. Bei der insgesamt 2277 Quadratmeter großen Fläche handelt es sich um das ehemalige Betriebsgelände der Firma Meteor. Mitsamt den damals noch stehenden Gebäuden kaufte die Firma Kimmerle aus Dillingen 1992 bei einer Zwangsversteigerung das zwischen dem Gasthaus Kalte Herberge und der Bahnlinie liegende Gelände. Sie riss die Bauten ab, zu einer neuen Nutzung - zuletzt war von einem Einkaufsmarkt die Rede - kam es nicht.

"Es ist von Vorteil, dass das Grundstück jetzt uns gehört", sagt Bürgermeister Thomas Kayser. Denn dadurch verbesserten sich die Chancen zur Vermarktung der Kalten Herberge. Wie berichtet, sucht die Gemeinde seit Jahren einen Käufer für das Traditionsgasthaus an der B 28. In allen Gesprächen mit Interessenten sei deutlich geworden, dass das Haus, das nicht mehr als 16 Betten hat, nur in Verbindung mit einem Bettenbau oder Hotel sinnvoll betrieben werden kann. Als Bauplatz kam der derzeitige Standort des in Containern untergebrachten Kindergartens "Firlefanz" in Frage, der in ein neues Kinderhaus einziehen wird. Nun steht aber auch das unmittelbar ans Gasthaus grenzende Meteor-Gelände zur Verfügung. Kayser sieht neue Möglichkeiten für Fußwege und eine Außenbewirtung. Über den Stand der Verhandlungen zum Verkauf der Kalten Herberge sagt Kayser: "Wir sind intensiv dabei."

Die Gemeinde hat das Meteor-Gelände in dem Wissen gekauft, dass darunter Altlasten schlummern. Die Metallwarenfabrik, die Briefkästen herstellte, hatte einen eigenen Galvanikbetrieb und säuberte dort Metall mit einem Reinigungsmittel, dessen Reste noch immer in der Erde liegen. Wie die Blausteiner Umweltbeauftragte Elke Bossert von früheren Untersuchungen weiß, handelt es sich um leicht flüchtige Kohlenwasserstoffe und um so genanntes Vinylchlorid. In der Luft konnten keine Belastungen nachgewiesen werden. Die Schadstoffe liegen in einer Tiefe von neun bis 17 Metern.

Am Montag begann eine Fachfirma mit der unterirdischen Erkundung, bohrte zusätzlich zu sechs bestehenden Löchern drei neue. Aus diesen Grundwassermessstellen ziehen Mitarbeiter Proben. So soll die genau Lage der Altlasten ermittelt werden. Ein Gutachter werde danach ein Sanierungsverfahren vorschlagen, berichtet Bossert. Untersuchung und Machbarkeitsstudie kosten rund 45.000 Euro, die Hälfte trägt das Land Baden-Württemberg, das auch die Altlastensanierung selbst bezuschussen wird. Elke Bossert geht davon aus, dass kein Erdreich ausgebaggert werden muss. Es gibt ein Verfahren, mit dem entweder Sauerstoff oder Bakterien in den Untergrund injiziert werden, um die Abbauprozesse zu beschleunigen.

Die Gemeinde ist sich sicher, dass das Meteor-Gelände bebaut werden kann. Sie hat ein Fachbüro mit einer städtebaulichen Entwurfsplanung beauftragt, die den gesamten alten Ortskern von Klingenstein umfasst. Laut Bürgermeister Kayser gehören der Gemeinde dort mittlerweile alle maßgeblichen Grundstücke zwischen Bahn und Bundesstraße. Wie berichtet, hat Blaustein im vergangenen Jahr auch das Gelände der ehemaligen Agip-Tankstelle an der B 28 gekauft. Der Ortskern gehört zum Sanierungsgebiet "Stadelwiesen", für bestimmte Projekte gibt es Zuschüsse.

Veräußert hat die Gemeinde jetzt das Schulhaus von 1911, das wegen Problemen in der Statik seit Jahren nicht mehr genutzt wird. Ein Privatmann will es sanieren und Büros und Wohnungen einbauen. Das Gebäude mit seinen Jugendstil-Elementen darf im Aussehen nicht verändert werden.

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