Neuer Außenspielbereich für Hermann-Weber-Kindergarten

50 Jahre nach der Einweihung hat der Hermann-Weber-Kindergartens in Dornstadt  einen neuen Außenspielbereich bekommen.

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Großen Andrang erlebte der Hermann-Weber-Kindergarten am Sonntag. Dazu hatte eine Wette der Erzieherinnen mit dem Elternbeirat beigetragen.  Foto: 

Baustellen sind für Kinder spannend. Umso besser, wenn die Baustelle zum Kindergarten gehört: Ein Blick aus dem Fenster genügt, und die Kinder sind praktisch mittendrin. So war es in den vergangenen Wochen im katholischen Hermann-Weber-Kindergarten in Dornstadt. Dort ist der Außenbereich neu gestaltet und am Sonntag eingeweiht worden. Und noch einen Grund zum Feiern gab es: das 50-jährige Bestehen des Kindergartens.

Im Herbst wird beflanzt

Genauso alt wie der Kindergarten selbst war auch der Spielbereich im Freien. Also war es höchste Zeit, diesen Bereich komplett neu anzulegen, inklusive der Befestigungsmauer und des Eingangsbereichs. Seit April waren die Gartenbauer am Werk, gehörten fast schon zum Kindergarten-Team, und haben ihre Arbeit pünktlich zum Jubiläumsfest vollendet. In den nächsten Wochen wird noch ein Sonnensegel gespannt, im Herbst folgt die Bepflanzung. Knapp 150.000 Euro hat der Umbau gekostet, sagte Kirchenpfleger Klaus Lang und hob die Unterstützung durch die Kommune hervor. „Die Zusammenarbeit mit der Gemeinde war hervorragend.“

Am Sonntagvormittag fand zunächst in der St.-Ulrich-Kirche ein Festgottesdienst mit den Kindern statt. Anschließend folgte ein Festzug von der Kirche zum Kindergarten, begleitet von der Musikkapelle Harmonia Dornstadt. Danach gab es Hähnchen, Pommes und Salat zum Mittagessen sowie selbstgebackene Kuchen zum Kaffee. Im Kindergarten konnten die Kleinen basteln, malen oder ausgiebig den neuen Spielplatz entdecken. Wer lieber angemalt wird, statt selbst zu malen, wurde von den Erzieherinnen geschminkt. Bei der Tombola gab es keine Nieten. „Dank der spendenfreudigen Geschäftsleute von Dornstadt ist jedes Los ein Gewinn“, sagte Kindergartenleiterin Manuela Hartmann und fügte hinzu: „Der Erlös kommt dem Kindergarten zugute.“

Antiautoritäre Erziehung war in Mode

Während die Kinder fröhlich spielten, trafen sich in den Zelten die Erwachsenen zum Mittagessen, und viele feierten eine Wiedersehen mit Maria Ritter und Elisabeth Kaifel. Maria Ritter war vor 50 Jahren die erste Leiterin des neuen Kindergartens, Elisabeth Ritter ihre Kollegin. „Wir hatten je zwei Gruppen mit je über 40 Kindern. Die Kinder nannten mich Tante Maria“, erzählte die 72-Jährige, während sie in einem Fotoalbum blätterte. Sieben Jahre blieb Maria Ritter in Dornstadt. „Ein Problem war, dass damals die antiautoritäre Erziehung in Mode war. Doch bei einer Gruppe über 40 Kindern mit nur einer Erzieherin kann man nur mit Disziplin arbeiten, sonst bricht das Chaos aus.“

„Wir haben mit den Kindern gesungen, getanzt und gespielt, eigentlich nicht viel anders als heute, nur dass nun die Gruppen viel kleiner sind“, erzählte Elisabeth Kaifel, die als 20-Jährige in Dornstadt angefangen hatte.

Wette verloren

Auch alte Kindergartenfreunde trafen sich wieder und tauschten Erinnerungen aus. Manche hatten sich jahrelang nicht mehr gesehen. Dieses eher unübliche Generationentreffen war Ergebnis einer Wette zwischen Kindergartenleitung und Elternbeirat. „Die Eltern sollten pro Jahrgang fünf Ehemalige auffinden und zum Fest einladen. Schaffen sie es nicht, müssen sie ein selbst gedichtetes Lied vorsingen“, schilderte Manuela Hartmann die Kindergarten-Wette. Die Eltern hatten sich mächtig ins Zeug gelegt und das geforderte Soll weit übertroffen. Die Erzieherinnen haben die Wette also verloren und müssen nun – zur Freude der Kinder – Waffeln backen.

Einrichtung Der Kindergarten der St. Ulrichsgemeinde ist nach dem früheren Gemeindepfarrer Hermann Weber benannt. Der Geistliche war nur kurz nach dem Baubeginn verstorben. Am 29. Juli 1967 wurde der Kindergarten von Pfarrer Eugen Kekeisen eingeweiht. Heute werden dort 53 Kinder in zwei Gruppen betreut. Außerdem gibt es eine Gruppe für zehn Kleinkinder bis drei Jahre. „Die Kirchengemeinde ist Träger des Kindergartens. Pfarrer Ralf Weber: „Er ist für alle offen. Die Konfession spielt keine Rolle.“

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