Agentur für Arbeit will zügig vermitteln

Die in Turbulenzen geratene größte Blaubeurer Firma Centrotherm versucht nach den Massenentlassungen, ihre Beschäftigten neu zu motivieren.

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Bei Informations- und Mitarbeiterversammlungen einzelner Abteilungen des Maschinenbauers Centrotherm Photovoltaics haben die Manager gestern versucht, neuen Mut für die Zukunft zu verbreiten. Das berichteten mehrere Mitarbeiter des Unternehmens übereinstimmend im Gespräch mit der SÜDWEST PRESSE. "Mir kam das vor wie eine Art Motivationsgespräch", kommentierte ein Mitarbeiter hinterher.

Die Manager betonten, sie würden ihr Möglichstes tun, um die Situation für das Unternehmen und die verbliebenen Mitarbeiter zu verbessern. Gleichzeitig wurden auch Fehler einräumt. Im Rückblick auf die Vergangenheit erläuterten die Manager den Geschäftsverlauf der vergangenen Jahre. Sie versuchten, nochmals plausibel zu machen, wie es zu dem aus ihrer Sicht unvorhersehbaren Auftragseinbruch und den daraus resultierenden Massenentlassungen kam (wir berichteten). Gleichzeitig ließen die Führungskräfte keinen Zweifel daran, dass man hart daran arbeiten müsse, neue Aufträge an Land zu ziehen und die Firma wieder in die richtige Bahn zu lenken.

Abschied genommen von ihrem bisherigen Arbeitgeber und ehemaligen Kollegen haben einige Entlassene am Montag. Die Bundesagentur für Arbeit war mit sieben Mitarbeitern aus Ulm nach Blaubeuren gekommen, um Meldungen zur Arbeitslosigkeit und zur Arbeitssuche entgegen zu nehmen. Zwar kamen nur 28 Gekündigte, wie Iris Schofeld-Salk, Pressesprecherin der Agentur in Ulm berichtete. Die aber trafen sich nach den Formalitäten noch mit alten Freunden und Kollegen. "Es gab Kaffee, einer hat einen Kuchen mitgebracht und so haben wir ein bisschen unseren Abschied gefeiert", erzählt ein 53-jähriger Entlassener, der dabei war.

Dass nur so wenige kamen, dürfte daran gelegen haben, dass man sich auch im Internet oder per Telefon arbeitslos und arbeitssuchend melden kann, vermutet Schofeld-Salk von der Arbeitsagentur. Insgesamt hätten sich bisher 105 Menschen, die vorige Woche von Centrotherm entlassen wurden, bei der Agentur für Arbeit in Ulm gemeldet.

Insgesamt hat Centrotherm der Arbeitsagentur bisher 223 Entlassungen gemeldet. Unternehmen in dieser Größenordnung sind verpflichtet, bei Entlassungen von mehr als 30 Arbeitnehmern dies dem Arbeitsamt vorab anzuzeigen. Von den 223 Menschen seien rund ein Drittel Facharbeiter und ein Drittel Akademiker, sagte Schofeld-Salk. Das übrige Drittel setze sich aus anderen Berufen zusammen, hauptsächlich seien es Büroangestellte und Angehörige technischer Berufsgruppen. In die Zuständigkeit der Arbeitsagentur Ulm fallen 144 der 223 bisherigen Blaubeurer Entlassenen.

In der kommenden Woche sollen bei der Arbeitsagentur die Beratungsgespräche für die Arbeitslosen und Arbeitssuchenden anlaufen. "Die meisten bringen grundsätzlich eine gute Grundqualifikation mit", sagte die Sprecherin. Auch hätten sich schon einige Betriebe aus der Region bei der Arbeitsagentur nach ehemaligen Centrotherm-Mitarbeitern erkundigt. Angesichts desssen und des derzeit guten Arbeitsmarkts ist sie zuversichtlich, viele zügig unterzubringen. Einfach sei das aber nicht. "Viele haben natürlich sehr spezialisierte Aufgaben gehabt", sagte sie. Auch sei die Zahl der nun gleichzeitig Suchenden natürlich hoch.

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