Ärger über nicht gebaute Mobilfunkstation

In Blaubeuren-Seißen haben Handys schlechten Empfang. E-Plus könnte einen Mobilfunkmast bauen, tut das bisher aber nicht. Das ärgert die Stadträte.

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Bürger und Betriebe in Seißen wollen einen vernünftigen Handy-Empfang. Bisher ist die Mobilfunkversorgung im Blaubeurer Teilort nur sehr lückenhaft. Die Stadtverwaltung würde den Bau einer Mobilfunk-Sendeanlage gerne beschleunigen, eine schnelle Lösung ist aber nicht in Sicht.

Die Mobilfunkfirma E-Plus verfügt schon seit 2006 über den besten Platz und die Baugenehmigung für einen mehr als 30 Meter hohen Sendemasten. Vor vier Jahren wurde die Genehmigung erneuert. Getan hat sich allerdings nichts. Jetzt wollte das Unternehmen die Baugenehmigung erneut verlängern lassen, teilte aber gleichzeitig auf Nachfrage des Blaubeurer Bauamts mit: "Leider ist zur Zeit kein Budget für das Projekt eingeplant."

Dieses Verhalten der Firma hat einige Blaubeurer Stadträte am Dienstagabend im Bauausschuss sehr verärgert: "E-Plus treibt mit uns ein Possenspiel", kommentierte Hubert Bold (CDU). Der Mast-Standort sei optimal, um alle Seißener Ortsteile mit einem guten Empfang auszustatten. Doch weil E-Plus auf dem Grundstück sitze, habe kein anderer Mobilfunkanbieter die Chance, tätig zu werden.

Auch Bürgermeister Jörg Seibold empfindet die Situation als "unbefriedigend". Letztlich bleibe gegenwärtig aber nichts anderes übrig, als die Baugenehmigung abermals wie von der Firma beantragt zu verlängern. Ein Entzug der Genehmigung sei baurechtlich unmöglich. "Wir sind in dieser Sache ein zahnloser Tiger", stellte Seibold bedauernd fest. In den kommenden Monaten wolle die Stadtverwaltung klären, ob es andere Möglichkeiten gibt, E-Plus schneller zum Bau eines Mobilfunkmasts zu bewegen.

Stadtrat Frieder Bohnacker (Grüne) hält das Vorgehen des Unternehmens für ein "Trauerspiel". Allerdings könne er dem Hin und Her auch eine positive Seite abgewinnen, denn er leide unter der Strahlenbelastung durch den Mobilfunk. "Daher bin ich froh, dass ich in einem weniger mit Strahlung belastetem Gebiet wohne."

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