Ärger über Anweisung des Landratsamtes in Suppingen

Der Suppinger Ortschaftsrat lehnt erneut den Bauantrag eines Bauunternehmers zum Umbau der Tennishalle ab. Sie wollen Kindergartenkinder nicht durch Baufahrzeuge gefährden.

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Der Suppinger Ortschaftsrat hat einmütig erneut das Baugesuch eines Laichinger Bauunternehmers zur Umnutzung der früheren Tennishalle abgelehnt. Entgegen einer anderslautenden Aufforderung des Landratsamts. Der Bauunternehmer will Gebäude und Tennisplätze im Freien als Lager und Fuhrpark für sein Bauunternehmen nutzen. Grund für den erneuten Beschluss war eine Stellungnahme des Landratsamts zur Laichinger Ablehnung des Baugesuchs. Diese sei rechtswidrig.

Ortschaftsrat Werner Scheck sprach von einem „Diktat des Landratsamts“. „Der Beamte, der den Bauantrag genehmigt, soll mit seinem Namen für mögliche Konsequenzen geradestehen.“ Scheck ließ seinem Ärger über das Landratsamt freien Lauf. Viel Zeit hätten die Ortschaftsräte aufgewendet und sich gründlich Gedanken gemacht, um eine Entscheidung zu treffen, die die beste für Suppingen sei: „Ich denke, wir können die Situation vor Ort doch besser einschätzen, als einer aus dem Landratsamt in Ulm. Ja sind wir hier alle fehl am Platz?“, schimpfte Scheck. Alle Räte stimmten mit ein in diesen Frust-Ausbruch.

Das Landratsamt hatte seine Haltung damit begründet,  dass das Areal in einem Mischgebiet liege, wo „ein sonstiger Gewerbebetrieb das Wohnen nicht wesentlich störe“. Der Ortschaftsrat hatte allerdings schon bei der vergangenen Beratung festgestellt, dass das Wohnen dort durch ein Bauunternehmen sehr wohl gestört werde. Vor allem wegen der großen Unfallgefahr für Kinder auf ihrem Weg von und zum Kindergarten. Diese entstehe durch den Ein- und Abfahrtsverkehr des Unternehmens. Der Laichinger Bauausschuss war dieser Einschätzung seinerzeit auch mehrheitlich gefolgt. Ortsvorsteher Bernd Kühnle führte aus: „Das Schreiben vom Landratsamt hat mich sehr geärgert. Meines Erachtens gibt es keine neuen Fakten und unsere Argumente sind nicht entkräftet.“

Ein reines Wohngebiet auszuweisen, sei früher wegen der benachbarten Sportanlagen nicht möglich gewesen, erklärte Kühnle. Auf dem Tennisareal sei aber stets ausschließlich an Wohnbebauung gedacht worden. Auf die Versicherung des Bauunternehmers, dort Wohnungen bauen zu wollen, meinte Ludwig Nüßle: „Das kann sich auch wieder ändern.“

Unterschriften überreicht

„Meiner Meinung nach ist der Kindergartenweg für unsere Kinder bei einem Fuhrpark dort viel zu gefährlich, ich bin weiter strikt dagegen“, erklärte auch Beate Bückle. Der Elternbeirat übergab noch am Sitzungstag eine Liste mit 20 Unterschriften samt Erklärungsschreiben. Darin äußern Eltern und Erzieher des evangelischen Kindergartens ihre Bedenken gegen den geplanten Fuhrpark direkt an einem Fußweg vom Wohngebiet zum Kindergarten und mit Ein- und Ausfahrt genau dort, wo die Parkplätze des Kindergartens sind. „Jedes Kind muss dort vorbei“, heißt es in dem Schreiben. Eltern und Erzieher sehen die Kinder deshalb stark gefährdet. Den Kindergarten besuchen aktuell 23 Kinder.

Der Rat will sich mit dem Thema auch beschäftigen, wenn seine Entscheidung durch den Laichinger Bauausschuss und das Landratsamt gekippt wird. In diesem Fall will das Gremium auf einen befestigten Gehweg als Sicherungsmaßnahme für die Kinder drängen. Der müsse dann entlang des Sportgeländes angelegt werden.

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