Acht Stationen der Begegnung mit Gott

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Einen ganz besonderen Abend hatte der Zeltkirchenpfarrer Thomas Wingert angekündigt – ganz ohne Applaus, dafür: Konzentration statt Zerstreuung. „Der Star des heutigen Abends soll Gott sein“, sagte Wingert zu Beginn des Abends. Über 150 Frauen und Männer waren seiner Einladung gefolgt und erlebten eine intensive Begegnung mit Gott.

Reinhard Börner begleitete den Abend kongenial mit seinem feinen Gitarrenspiel. Welcher Abend ihm bisher denn am Besten gefallen habe, fragte Thomas Wingert den Zeltkirchenbesucher Haiko Baur aus Balzheim. Der musste nicht lange überlegen: „Der Männerabend mit Michael Stahl.“ Auf die Frage nach dem Warum antwortete Baur: „Stahl war durch und durch authentisch, vereinigte Stärke und Sensibilität, überzeugte mit seinem Glauben.“

Der Zeltkirchenpfarrer leitete über zu drei wichtigen Stationen der Beziehung des Apostels Petrus mit Jesus Christus: Wie Jesus Petrus mit in sein „Lebensboot“ nimmt und zum „Menschenfischer“ macht, wie er seinen Jünger über das Wasser gehen lässt und dem Zweifelnden die Hand reicht und wie Petrus schließlich seinen Herrn dreimal verleugnet. „Petrus war kein Superheld“, stellte Thomas Wingert klar und beschrieb den Apostel als Prototyp des Menschen, der gerade in seiner Schwäche von Gott angenommen wird.

„Gebet des Abends“

Dann stellte Wingert die acht Stationen der Begegnung mit Gott vor, verteilt im ganzen Zelt: den „Segenstisch“ mit Kerze, die Kapelle mit dem „Gebet des Abends“, die Taufschale mit Krug, den „Tränenkrug“, in den der Trauernde oder Sorgenbeladene eine bunte Glasperle werfen konnte, analog dazu die „Klagemauer“ aus perforierten Steinen, in die die Besucher Zettel mit ihren Gebetsanliegen stecken konnten, und der Kerzentisch, an dem man für jemanden, der einem Herzen liegt, eine Kerze entzünden konnte.

Vor dem Zeltkreuz waren Rosen und Steine platziert, die Steine standen für die Lasten und Probleme, das Dunkle im Leben, die Rosen für das Schöne und das Helle. Der katholische Pfarrer Gerhard Bundschuh aus Dietenheim und sein evangelischer Amtskollege Thomas Breitkreuz erteilten an der achten Glaubensstation gemeinsam das Agape-Mahl (Liebesmahl), brachen das Weißbrot und schenkten roten Traubensaft aus – ein starkes Zeichen der Ökumene, ganz im Sinne des Anliegens der gemeinsamen Zeltkirche im Jahr des Reformationsjubiläums.

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