Abstinenz bleibt das Ziel

100 Gruppenleiter von Freundeskreisen diskutierten in Machtolsheim über neue Leitlinien zur Behandlung von Menschen mit Alkoholabhängigkeit.

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Trotz neuer Leitlinien bei der Behandlung von Menschen mit Alkoholproblemen bleibt Abstinenz das Ziel. Neue Leitlinien sorgen allerdings bei den Freundeskreisen für Suchtkrankenhilfe im Land für heftige Diskussionen. Gut 100 Gruppenleiter der Freundeskreise aus Württemberg diskutierten kürzlich angeregt mit der Geschäftsführerin der Zieglerschen Suchthilfe, Dr. Ursula Fennen, über moderaten Alkoholkonsum bei Suchtkranken. Grund dafür sind die neuen S-3 Leitlinien, entwickelt und herausgegeben von der Deutschen Gesellschaft für Suchtforschung und Suchttherapie.

Häufig werde in Kliniken und Arztpraxen die Ursachen des Missbrauchs nicht adäquat behandelt. "Trinken sie halt weniger", laute häufig der Rat von Hausärzten, betonte Ursula Fennen. "Mit den neuen Leitlinien sollen Gefährdete früher in das Hilfesystem gebracht und einer angemessenen Behandlung zugeführt werden", erklärte Ursula Fennen in ihrem Referat weiter. Sie sprach sich jedoch für eine lebenslange Abstinenz für Menschen aus, die an einer Sucht erkrankt sind. Nur dann sei es möglich zu gesunden und wieder ein normales Leben zu führen. Alles andere sei ein Herumbasteln an Symptomen.

Häufig liege die Ursache für das Saufen darin, dass Menschen die Balance verloren hätten, weil sie - in welchem Lebensalter auch immer - ein schlimmes Erlebnis aus der Bahn geworfen habe. Um die Lebensbalance neu zu gewinnen, gelte es zu lernen, mit seiner Geschichte und seinem Gefühlsleben gut umzugehen. Das könne mit psychotherapeutischer Hilfe und der Entscheidung zur Abstinenz gelingen. Laut Fennen ist dies jedoch nicht möglich, wenn abends, nach einer Psychotherapie, wieder getrunken und damit alles relativiert werde.

"Abhängige können entgegen allen heimlichen Hoffnungen nicht moderat trinken", darauf einigten sich die Gruppenleiter nach heftiger Diskussion. Die Mitglieder lehnen den Genuss von Alkohol ab, auch unter Beigabe von Tabletten, die aufkommenden Alkoholdruck reduzieren sollen. Vielmehr gelte es, die persönlichen Ursachen der Suchterkrankung zu klären. Ebenso sei zu akzeptieren, dass das Suchtgedächtnis beim ersten Schluck wieder aktiviert wird. Einigkeit besteht darin, dass es ein zufriedenes Leben in der Abstinenz geben kann.

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