"Substanz der Dörfer erhalten"

Zeitgemäß entwickelte Dörfer als Gegengewicht zu den Ballungszentren. Darin sieht der Grünen-Abgeordnete Jürgen Filius die Chance des ländlichen Raums. Er will sich für seine Förderung einsetzen.

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"Wir können nicht nur Ballungszentren entwickeln. Vielleicht noch wichtiger ist es, die Substanz in den Dörfern zu erhalten." Das sagte Jürgen Filius, Grünen-Landtagsabgeordneter, bei einem Besuch in Schnürpflingen. Anlass war ein für morgen anberaumtes Gespräch mit dem Minister für ländlichen Raum und Verbraucherschutz Alexander Bonde (Grüne). Filius will sich dafür stark machen, dass Schnürpflingen in das Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum (ELR) aufgenommen wird. Bürgermeister Michael Knoll zeigte dem Abgeordneten bei einem Rundgang die Einmündung der Weinstetter Straße in die Hauptstraße. Dort soll ein kleiner Platz entstehen. Die Neugestaltung soll zum einen den Verkehr in der abschüssigen Hauptstraße bremsen, zum anderen das Dorf "wahrnehmbarer" machen. Der Autofahrer soll merken, dass er sich im Ort befindet.

Wichtig sei bei allen Vorhaben, dass "die Leute mitmachen." Denn Privatgrund könne die Gemeinde nicht überplanen. Bürger machen mit bei einem zweiten Projekt der Gemeinde: So sollen acht bis zehn Häuser auf einer früheren Hofstelle zwischen Haupt- und Schulstraße entstehen, in Sichtweite zu Rathaus, Kindergarten und Schule. Wer sich "Leben mitten im Dorfgeschehen" wünscht, werde dort fündig, sagte Knoll. Geplant sind Modernisierung, das Schließen von Baulücken und Nutzung des ehemaligen Hofs für Wohnzwecke.

Damit weitere Interessenten auf den Zug aufspringen - etwa 15 Gebäude stehen im Ort leer - sei das Förderprogramm wichtig. Bis zu 20 000 Euro gibt es für das Schließen einer Baulücke, bis zu 40 000 Euro für die Umnutzung einer alten Scheuer. "Damit ist ein Vorhaben nicht finanziert, aber ein wichtiger Anreiz geschaffen", sagte Knoll. Für die Gemeinde sei die Förderung wichtig, um jungen Menschen Bauplätze verkaufen zu können, die bezahlbar sind. "Fatal wäre es, wenn jemand hier bauen möchte und wir können nichts anbieten", sagte der Bürgermeister. Die Einwohnerzahl ist in in den vergangenen Jahren um 40 auf 1340 gesunken.

Filius sicherte zu, den Schnürpflinger Antrag auf Fördermittel gegenüber Bonde zu unterstützen, gleiches gilt auch für die Ortskernsanierung des Staiger Teilorts Steinberg. Dort hatte sich Filius vergangene Woche kundig gemacht.

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