„Running Gags“ am laufenden Band

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Ohne Requisiten und auf spartanisch ausgestatteter Bühne bringt Sebastian Lehmann mit seinen ­Jugenderinnerungen das Publikum zum Lachen.  Foto: 

Die Berliner Frohnatur ­Sebastian Lehmann ist in unseren Gefilden in den vergangenen zwei Jahren durch die „Elternzeit“-Telefonate in der SWR 3 Morning-Show bekannt geworden. Auf der Bühne telefoniert er auch immer wieder und führt – wie jüngst im Gemeinschaftshaus von Hofstett­Emerbuch – fiktive Gespräche mit seiner in Freiburg lebenden Mutter. Oder er übersetzt nebenbei schnell mithilfe des Google-Übersetzers auf Englisch gesungene Hits der 80er und 90er Jahre ins Deutsche, wobei aus „Mr. Bombastic“ zum Beispiel „Herr Bombastisch“ wird.

Bis auf ein paar wenige freie Stühle war das Gemeinschaftshaus voll besetzt. Engagiert von der Volkshochschule Amstetten in Kooperation mit der Gemeinde Amstetten, sitzt der Schriftsteller und studierte Philosoph  auf einer mit Stuhl, Tisch und Mikro spartanisch ausgestatteten Bühne  im Scheinwerferspot. Zum Programmauftakt zitiert der 35-Jährige Geschichten aus seiner Jugendzeit in den 90er Jahren. Er versetzt sich zurück in die siebte Klasse und beschreibt, wie er und seine Freunde Tina, Dirk und Flo die verschiedensten Jugendszenen erlebt haben: als lässige Skater mit XXL-Hosen und T-Shirts, als schwarz gekleidete Gruftis mit weiß geschminkten Gesichtern oder als Bad Boys und Gangster-Rapper. Er erzählt, dass einer von ihnen sogar das alte Küchenradio von Oma klar gemacht habe. „Leider noch eins ohne Batterien, da ist man auch schon öfters mal übers Kabel gestolpert.“

Dann wird’s politisch: Mit seinen Schulfreunden habe er in Berlin-Zehlendorf kurzerhand einen neuen kommunistischen Parteisitz der „Jungen Union“ eröffnet. Dummerweise habe sein Kumpel Dirk, Karl Marx mit Karl May verwechselt und bei der ersten Kundgebung Zitate aus dem „Schatz im Silbersee“ vorgetragen. Mit Anekdoten wie diesen erntet Lehmann schallendes Gelächter; ebenso mit seinen  urkomischen Telefonaten, bei denen sich die Pointen überschlagen.

Runde zwei eröffnet Lehmann mit der Erklärung, dass er nur bei seiner Freundin einziehen dürfe, wenn er die fette Katze füttert. So lautet auch einer seiner Texte. Dann geht es wieder zurück zu den Jugendkulturen von einst, diesmal karrikiert er Punker, Sprayer oder Drogendealer und spielt diverse Missgeschicke vor, die diesen unterlaufen konnten.

Besonders für Gäste, die in etwa das gleiche Alter wie Lehmann haben, sind seine Auftritte eine lustige Reise in die Vergangenheit. Ganz sicher hat sich auch in Hofstett-Emerbuch der eine oder die andere in den Erinnerungen des Comedians wiedergefunden.

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