"Jede ist neugierig"

"Der Umgang ist sehr respektvoll, jede ist neugierig auf die andere." So umschreibt die Vorsitzende des Interkulturellen Frauentreffs Laichinger Alb den Start. Frauen vieler Länder treffen sich jeden Donnerstag.

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Im Café 17 in der Goethestraße in Laichingen treffen sich jeden Donnerstag Frauen vieler Nationalitäten zum i nternationalen Frauentreff.  Foto: 

Vor sieben Wochen trafen sich Frauen aus aller Herren Länder zum ersten Mal im Café 17 in der Goethestraße in Laichingen zum interkulturellen Frauentreff, wie der Verein heißt, der diese Treffen organisiert. Derzeit hat sich die Zahl der Besucherinnen bei rund 15 eingependelt, wobei ein fester Stamm von etwa zehn Frauen immer da ist, andere stoßen dazu, wenn es ihre Zeit zulässt. Die Frauen kommen nach Auskunft von Brigitte Scheiffele, der ersten Vorsitzenden des Vereins, von überall her: aus Ungarn, Thailand, Taiwan, Brasilien, Kuba, Madagaskar, der Türkei und Bulgarien. Was sie alle eint, sei "die Neugier auf die anderen, der respektvolle Umgang".

Jedes Treffen steht unter einem bestimmten Motto. Beim ersten Treffen erzählte jede Frau, woher sie stammt, wie es ihr geht und warum sie zum Treff kommt. Als Verbindungsglied fungierte anfangs auch die Musik der jeweiligen Länder. Ein anderer Schwerpunkt war das Thema Ostern, jede Frau berichtete, welche Bedeutung Ostern ihrer Heimat hat. "Die Verständigung untereinander klappt sehr gut", berichtet Scheiffele. Viele Frauen sprechen ein ähnlich gebrochenes Deutsch, haben eher Probleme, wenn Deutsche vollständige Sätze bilden. Doch dies sei wichtig, um sich in Deutschland verständigen zu können, betont die Vorsitzende.

Zum Thema Ostern erfuhren die Frauen zum Beispiel, dass die Söhne oder männlichen Freunde in Ungarn Geld erhalten, die Frauen und Freundinnen dagegen mit Wasser begossen werden. Dagegen ist Ostern in Madagaskar, Taiwan oder der Türkei kein Thema. Beim nächsten Treffen wird eine der Frauen eine taiwanesische Teezeremonie zelebrieren. "Tee spielt dort eine ganz andere und wesentlichere Rolle", betont Scheiffele.

Neben all dem gegenseitigen Kennenlernen geht es ihr auch darum, den Frauen ganz praktische Hilfe leisten zu können. So steht eine kurz davor, eine Arbeit zu bekommen. Eine andere Frau aus Ungarn wurde an die Krautgarten AG in Merklingen verwiesen, die Kindergartenkindern das Bewirtschaften eines Gartens näher bringt. "Das macht der Frau viel Freude, das kennt sie aus Ungarn, weil sie dort selbst einen Garten hatte."

Scheiffele weiß, dass viele Frauen, die zu den Treffs kommen, einsam und ohne Kontakte sind. "Die freuen sich total." Manche sind erst seit ein paar Monaten in Deutschland, andere schon Jahre. Eine Ungarin, die erst kurz hier ist, habe den Frauentreff so beschrieben: "Ich lerne hier so viel an einem Vormittag wie sonst die ganze Woche nicht."

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