"Auf Flüchtlinge zugehen": sagt Diakon Oppermann

Der Ulmer Prälaturbeauftragte Dietmar Oppermann hat sich im Rahmen der Veranstaltungsreihe Männervesper für Begegnungen mit Flüchtlingen ausgesprochen. Um vorherrschende Vorurteile abzubauen.

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In Asselfingen sprach Diakon Dietmar Oppermann beim Männervesper über Flüchtlinge.  Foto: 

"Hilfe - wir werden von Flüchtlingen überrannt." So hatte Pfarrer Christoph Hillebrand die Einladung zum Männervesper der evangelischen Kirchengemeinde Asselfingen bewusst provokant überschrieben. Im Gemeindehaus sprach der Ulmer Prälaturbeauftragte für die kirchliche Flüchtlingsarbeit, Diakon Dietmar Oppermann, über das derzeit wohl brisanteste Problem im Land - und bot so auch Gelegenheit zur Diskussion. Gut zwei Dutzend Interessierte, darunter Bürgermeister Armin Bollinger und zwei in der Gemeinde untergebrachte Flüchtlinge aus Serbien, waren gekommen.

Ehe nach über zwei Stunden Vortrag und Aussprache sich die anwesenden Männer das Vesper schmecken ließen, blieb Oppermanns Kernaussage unwidersprochen: Kein Mensch verlasse seine Heimat ohne schwerwiegende Gründe. Krieg, Elend und Armut, Gewalt, Verfolgung und Entzug der Lebensbedingungen bis hin zu Todesgefahren zwinge Menschen zur Flucht. Jeder Flüchtling sei ein Mensch mit einem individuellen Schicksal.

Der christliche Glaube gebiete menschliche Zuwendung im Sinne der Bibel, sagte Oppermann. Und rief auf zur Begegnung und zum Gespräch mit Flüchtlingen vor Ort; sie sollten als Mitmenschen betrachtet werden. So ließen sich Ängste und Vorurteile, die gegenseitig vorhanden seien, abbauen und die viel zitierte "Willkommenskultur" mit Leben erfüllen.

Oppermann hatte zuvor das Flüchtlingsproblem als eine Herausforderung umrissen, das staatsübergreifend politisch gelöst werden müsse, aber genauso humanitärer Hilfe bedürfe. Zu letzterer trage die kirchliche Seite bei. Weltweit waren 2015 rund 60 Millionen Menschen auf der Flucht, von denen die Türkei 2,5 Millionen aufnahm, der Libanon 1 Million, was 25 Prozent der Bevölkerung bedeute, und Deutschland 1,1 Millionen - 1,5 Prozent der Bevölkerung.

13 Prozent des Kontigents kamen nach Baden-Württemberg. Entsprechend dem Verteilungsschlüssel sei Asselfingen davon mit der Aufnahme von 15 Flüchtlingen betroffen. Generell sah Oppermann zum einen eine ungebrochene Hilfsbereitschaft gegenüber den Flüchtlingen, zum anderen aber auch nach den Terroranschlägen von Paris und den Vorkommnissen in Köln die Gefahr eines Stimmungsumschwungs in der Bevölkerung gegen Flüchtlinge.

In der regen Diskussion wurden unter anderem Fragen des Asylrechts und der Beschäftigung von Flüchtlingen, des Familiennachzugs und der Abschiebung abgelehnter Asylbewerber angesprochen. Und Vergleiche gezogen zwischen der Flüchtlingssituation nach dem Krieg und heute.

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