Wie einst Freddy Mercury

Laichingen.  Die "Queen Kings" brachten mit den beliebten Songs der legendären Rockband und musikalischem Feinschliff die Daniel-Schwenkmezger-Halle zum Brodeln. Die Schulband "Let"s fetz" legte gute Stimmung vor.

So etwas hat Laichingen schon lange nicht mehr erlebt: Endfünfziger rocken gemeinsam mit Dreißig- und Vierzigjährigen, lassen es so richtig krachen. "Echt krass, wie die abgehen", staunten da einige Jugendliche, die sich in diese Höhle des Rockurgesteins derlegendären Band "Queen" gewagt hatten. Denn mit deren Musik brachte die Coverband "Queen Kings" die Menge am Samstagabend in der Daniel-Schwenkmezger-Halle zum Brodeln. Knapp 700 Fans von nah und fern lockte die Tributeband in den Ort.

Die Einen kamen weil sie schon immer Fans der Rockband waren. "Ich habe mir heute noch extra die Platte ,Greatest Hits of Queen angehört, um in Stimmung zu kommen", meinte eine Zuhörerin. Bei der jüngeren Generation war es das aktuelle Musical "We will rock you", das deren Liebe zu den "Queen"-Songs weckte. Sie alle kamen bei der perfekten Licht-Bühnenshow voll auf ihre Kosten.

Schon mit der Hardrock-Nummer "One Vision" zum Auftakt hatte die Band ihr Publikum voll in der Hand. Die "Queen Kings" sangen sich quer durch das breite Repertoire ihres Vorbilds, auf Hardrock folgte Pop- und Discosound wie "Killer Queen", "Radio Ga Ga". Dazwischen setzten sie Rockballaden á la "Another one bites the Dust", "Who wants to live forever" oder das lyrische "A Kind of Magic". Das zeichnete die Gruppe auch aus: Die Top-Hits "We are the Champions", "We will rock you", "I want to break free" und die unvergessliche opernartige "Bohemian Rhapsody" fehlten nicht. Auch die von den Musikstationen nicht immer rauf- und runtergenudelten Queensongs erhalten bei der Tributeband ihre Berechtigung.

Doch die Band steht nicht nur für gute Coversongs, davon konnten sich die Zuhörer überzeugen. Leadsänger Mirco Bäumer wirbelte wie einst Freddy Mercury über die Bühne und wenn seine Stimme selbst in hohen Tonlagen nahe an Freddy Mercury herankommt, so schafft er es mit seinem voluminösen Timbre, den Songs eine eigene Authentizität zu verleihen. Denn eine reine Kopie, so die Band, wollten sie nie sein. So gelang es Mirco Bäumer mit seiner starken Ausstrahlung bereits nach den ersten fünf Minuten, den Kontakt mit dem Publikum herzustellen. Er motivierte zum Mitsingen und Mitrocken - ganz nach dem Vorbild.

Seine Bandmitglieder standen ihm an musikalischer Leistung in nichts nach: Frank Rohles begeisterte mit zahlreichen Gitarrenbreaks und nicht zuletzt mit einem virtuosen Original-Solo des "Queen"-Gitarristen Brian May und brachte die begeisterten Zuhörer mit seiner Aufforderung, singend mitzuhalten an ihre Grenzen. Bassist Rolf Sander überraschte mit einem grandiosen, Nirvana-verdächtigen Solo, mit dem das Schlagzeugsolo von Matthi Schmidt, der erst kurze Zeit Bandmitglied ist, jederzeit konkurrieren konnte. Auch Sängerin Susann de Bollier, mit ihr macht die Tributeband die einzige Ausnahme zu den rein männlich besetzten "Queen", durfte ihren Sopran nicht nur dort einsetzen, wo Queen-Drummer Roger Taylor ehemals mit seinem Countertenor in den hohen Tonlagen Akzente setzte. So im A-capella-Teil von "Bohemian Rhapsody". Diese komplexe, opernartige Ballade boten die "Queen Kings" einfühlsam und gekonnt dar und nicht nur hier kam der in vielen Songs tragende Part des Keyboarders Christof Wetter zum Vorschein.

Nach zweieinhalb Stunden ununterbrochenen Spiels konnte auch der kaum enden wollende Applaus die Band nicht mehr auf die Bühne holen. Queen - unvergessen.

Damit kann eine Schülerband freilich nicht konkurrieren. "Lets fetz", die Band der Anne-Frank-Realschule, lieferte dennoch einen überzeugenden Auftritt als Vorband. Die Laichinger Band mit ihrem Lehrer Kurt Scharbert brachte ihr großes Publikum bei dem gut halbstündigen Auftritt nicht nur einmal zum Mitrocken und legte eine gute Stimmung für die Hauptband vor. Vor allem die Schlagzeuger liefen zur Höchstform auf.


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Autor: SABINE GRASER-KÜHNLE | 22.03.2010

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