Wetzel erlebte die Geburt des Löwenmenschen 1969 nicht mehr

Kurz vor Ausbruch des Zweiten Weltkrieges 1939 musste Robert Wetzel seine Grabungen im Hohlenstein-Stadel abbrechen. Grabungsleiter Otto Völzing konnte zahlreiche Bruchstücke aus Mammutelfenbein bergen. Nach Kriegsende wurden sie dem Ulmer Museum übergeben.

Erst der Archäologe Joachim Hahn erkannte 1969 im Ulmer Museum die Bedeutung der rund 200 Elfenbeinsplitter. Hahn setzte daraus die fast 30 Zentimeter große, aufrecht stehende Gestalt des Löwenmenschen zusammen. Dieses einmalige Kunstwerk gilt als älteste Tier-Mensch-Figur der Welt.

Der Hohlenstein besteht aus zwei Höhlen: Hohlenstein-Stadel und Bärenhöhle. Zwischen ihnen gibt es einen Felsvorsprung, die kleine Scheuer. Die Höhlen liegen in einem mächtigen Jurafelsen.

Robert Wetzel wurde nach dem Zweiten Weltkrieg trotz seiner Zugehörigkeit zu der SS und seiner Rassentheorien lediglich als "Mitläufer" des Nazi-Regimes eingestuft. Wetzel nahm 1953 seine Lehrtätigkeit an der Uni Tübingen wieder auf und grub von 1957 bis 1962 erneut am Hohlenstein. Die Geburt des Löwenmenschen erlebte er nicht mehr. Er starb 1962.


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18.05.2010

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