Wasser als Lebenselixier
Bermaringen. Er fährt mit dem Rad von Kairo nach Kapstadt: Hartmut Bögel aus Blaustein. Rund 12.000 Kilometer wird er bis nach Südafrika auf dem Sattel verbringen. Pünktlich zur Fußball WM will der Blausteiner sein Ziel erreichen. In loser Folge berichtet Hartmut Bögel über seine Erlebnisse von unterwegs.
11.Februar:
Wir sind überglücklich in Gondar, der Hauptstadt des alten Äthiopiens, angekommen und bevölkern das Goha Hotel, von dem man einen phantastischen Blick über die Stadt hat. Weit über die Hälfte von uns Radlern hat sich eines der schmucken Zimmer hier genommen und nur die ganz leidenschaftlichen Camper – zu denen auch ich gehöre – haben im Vorgarten der Anlage das vertraute Zelt aufgebaut.
"No riding tomorrow" war die Devise des Tages und hat sicher nicht nur mich über die Berge getragen. Die Aussicht auf einen Ruhetag verleiht eben auch Flügel. Landschaftlich war es ein wirklich beeindruckender Tag; vom Camp weg ging es gleich mächtig hoch und ein gut 15 km langer Anstieg forderte nochmals alles. Um uns die Berge mit meist niederen Bäumen, die eher in großen Abständen zueinander stehen und nun langsam ihre zarten Blätter zum Vorschein bringen.
Es hat lange nicht geregnet, der Boden ist tief aufgerissen, die Flussbette ausgetrocknet. An den wenigen Wasserlöchern treffen sich Mensch und Tier. Wasser ist das Lebenselixier und was es bedeutet, wenn man es nicht selbstverständlich zu Verfügung hat, kann man hier wirklich gut sehen. Lange Wege müssen vorwiegend die Frauen in Kauf nehmen, um die Plastikkanister zu füllen und dann auf dem Kopf tragend nach Hause zu bringen. Es fasziniert mich immer wieder aufs Neue, mit welcher Leichtigkeit und mit welch aufrechter Haltung und Würde die Frauen die Lasten auf ihren Köpfen tragen.
Die Siedlungen entlang der Straße sind oft sehr verdreckt und zeugen von großer Armut ihrer Bewohner. Meist werden wir freudig gegrüßt; vereinzelt werfen Kinder Steine oder schlagen mit Stöcken... ich bin wachsam und schimpfe lauthals wenn ich bemerke, dass einer der Jungs einen Stein aufhebt... das Schreien zeigt gewisse Wirkung... leider nur gewisse...! Oft flehen die Kinder "money...money" oder "give me....." und halten uns die Hände entgegen und es ist wahrlich ein mieses Gefühl einfach immer nur dran vorbeizuradeln.
Sobald man wo anhält, ist man schnell von unzähligen Kindern umringt und alles wird mit den Händen begutachtet und so ist mir wohl heute auch meine Hunde- und Löwenabwehrtrillerpfeife an der Lenkertasche abhanden gekommen... naja, es gibt Schlimmeres. Etwa der Sturz von Adrian heute, er ist bei einer Abfahrt mit einer Frau kollidiert, die ihm einfach ins Rad gelaufen ist. Sein Schlüsselbein ist gebrochen und er hat einige Schürfwunden; auch die Frau ist ziemlich glimpflich davongekommen, es hätte schlimmer enden können und dennoch ist es für Adrian bitter, da er einer unserer drei besten Radler ist und nun doch einige Etappen lang ausfallen wird.
Die Straßen sind echt gefährlich, da voller Menschen und auch Tieren und niemand schaut bevor er über die Straße läuft. Zu allem Überfluss hat nun auch noch einer der beiden Trucks einen heftigeren Motorschaden und muss erstmal in die Werkstatt. Wie lange das dann dauert, bis die Karre wieder flott ist, weiß noch niemand zu sagen... eine solche Tour durch Afrika fordert einfach alles von Mensch und Material.
Wir Radler genießen nun aber erst mal unseren Ruhetag morgen. Es wird laaaaange geschlafen und es gibt mächtig viel an Kalorien nachzulegen, die wir alle in den letzten harten Tagen auf den Wegen und Straßen haben liegen gelassen. Das Geld mit dem in Äthiopien bezahlt wird heißt im übrigen Birr und ein Bier kostet meist 10 Birr, das sind so etwa 60 Cent und es schmeckt ganz süffig muss ich sagen... also ich glaube ich genehmige mir dann nochmal eines......in diesem Sinne: "zum Wohl" und herzliche Grüße aus Gondar, von einem in der Zwischenzeit wieder fast sauberen und müden Radler.
Wir sind überglücklich in Gondar, der Hauptstadt des alten Äthiopiens, angekommen und bevölkern das Goha Hotel, von dem man einen phantastischen Blick über die Stadt hat. Weit über die Hälfte von uns Radlern hat sich eines der schmucken Zimmer hier genommen und nur die ganz leidenschaftlichen Camper – zu denen auch ich gehöre – haben im Vorgarten der Anlage das vertraute Zelt aufgebaut.
"No riding tomorrow" war die Devise des Tages und hat sicher nicht nur mich über die Berge getragen. Die Aussicht auf einen Ruhetag verleiht eben auch Flügel. Landschaftlich war es ein wirklich beeindruckender Tag; vom Camp weg ging es gleich mächtig hoch und ein gut 15 km langer Anstieg forderte nochmals alles. Um uns die Berge mit meist niederen Bäumen, die eher in großen Abständen zueinander stehen und nun langsam ihre zarten Blätter zum Vorschein bringen.
Es hat lange nicht geregnet, der Boden ist tief aufgerissen, die Flussbette ausgetrocknet. An den wenigen Wasserlöchern treffen sich Mensch und Tier. Wasser ist das Lebenselixier und was es bedeutet, wenn man es nicht selbstverständlich zu Verfügung hat, kann man hier wirklich gut sehen. Lange Wege müssen vorwiegend die Frauen in Kauf nehmen, um die Plastikkanister zu füllen und dann auf dem Kopf tragend nach Hause zu bringen. Es fasziniert mich immer wieder aufs Neue, mit welcher Leichtigkeit und mit welch aufrechter Haltung und Würde die Frauen die Lasten auf ihren Köpfen tragen.
Die Siedlungen entlang der Straße sind oft sehr verdreckt und zeugen von großer Armut ihrer Bewohner. Meist werden wir freudig gegrüßt; vereinzelt werfen Kinder Steine oder schlagen mit Stöcken... ich bin wachsam und schimpfe lauthals wenn ich bemerke, dass einer der Jungs einen Stein aufhebt... das Schreien zeigt gewisse Wirkung... leider nur gewisse...! Oft flehen die Kinder "money...money" oder "give me....." und halten uns die Hände entgegen und es ist wahrlich ein mieses Gefühl einfach immer nur dran vorbeizuradeln.
Sobald man wo anhält, ist man schnell von unzähligen Kindern umringt und alles wird mit den Händen begutachtet und so ist mir wohl heute auch meine Hunde- und Löwenabwehrtrillerpfeife an der Lenkertasche abhanden gekommen... naja, es gibt Schlimmeres. Etwa der Sturz von Adrian heute, er ist bei einer Abfahrt mit einer Frau kollidiert, die ihm einfach ins Rad gelaufen ist. Sein Schlüsselbein ist gebrochen und er hat einige Schürfwunden; auch die Frau ist ziemlich glimpflich davongekommen, es hätte schlimmer enden können und dennoch ist es für Adrian bitter, da er einer unserer drei besten Radler ist und nun doch einige Etappen lang ausfallen wird.
Die Straßen sind echt gefährlich, da voller Menschen und auch Tieren und niemand schaut bevor er über die Straße läuft. Zu allem Überfluss hat nun auch noch einer der beiden Trucks einen heftigeren Motorschaden und muss erstmal in die Werkstatt. Wie lange das dann dauert, bis die Karre wieder flott ist, weiß noch niemand zu sagen... eine solche Tour durch Afrika fordert einfach alles von Mensch und Material.
Wir Radler genießen nun aber erst mal unseren Ruhetag morgen. Es wird laaaaange geschlafen und es gibt mächtig viel an Kalorien nachzulegen, die wir alle in den letzten harten Tagen auf den Wegen und Straßen haben liegen gelassen. Das Geld mit dem in Äthiopien bezahlt wird heißt im übrigen Birr und ein Bier kostet meist 10 Birr, das sind so etwa 60 Cent und es schmeckt ganz süffig muss ich sagen... also ich glaube ich genehmige mir dann nochmal eines......in diesem Sinne: "zum Wohl" und herzliche Grüße aus Gondar, von einem in der Zwischenzeit wieder fast sauberen und müden Radler.
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12.02.2010
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