Wahl in Langenau: Daniel Salemi liegt vorn

Die große Überraschung blieb aus. Langenau hat am Sonntag noch keinen Bürgermeister gewählt. Dafür gibt es mit Daniel Salemi nun einen echten Favoriten für die Stichwahl am 14. Februar. Mit einem Kommentar von Matthias Stelzer: Einen Sieger gibt es schon.

MARKUS FRÖSE | 2 Meinungen
„Auf ein Neues.“ So fasste der scheidende Langenauer Bürgermeister Wolfgang Mangold am Sonntag gegen 19 Uhr im Rathaus das vorläufige Ergebnis der Bürgermeisterwahl zusammen. Mit sehr viel Interesse hatten die Langenauer den Wahlkampf verfolgt, groß war mit 57,7 Prozent nun auch die Wahlbeteiligung. Doch keiner der sechs Kandidaten konnte die mindestens geforderten 50 Prozent der Stimmen auf sich vereinigen. Deshalb gibt es in drei Wochen eine Neuwahl.

Beinahe geklappt hat es diesmal schon für Daniel Salemi, der 46,4 Prozent holte. Auch Christian Weber schlug sich wacker mit 27,8 Prozent. Weit dahinter liegen Walter Gerstlauer mit 11,4 Prozent, Gabriele Buck mit 8 Prozent und Ragnar Holz mit 5,8 Prozent. Dass er gar nicht Bürgermeister werden will, hatte Kandidat Michael Eckart bereits im Vorfeld erklärt. Trotzdem holte er 0,3 Prozent der Stimmen.

„Bei diesem Ergebnis sehe ich es als Auftrag an, weiter zu machen“, kommentierte Daniel Salemi das Ergebnis. „Darüber freue ich mich.“ Denn allein wegen der Anzahl der Bewerber sei die Wahrscheinlichkeit hoch gewesen, dass es zu einer zweiten Wahl kommen werde. Das Ergebnis bestätige jedoch seinen Eindruck, den er bei den Gesprächen mit den Bürgern während seines Wahlkampfs gewonnen habe. „Es kommt an, wenn man den Menschen auf Augenhöhe begegnet.“ Wie er die drei Wochen bis zur Neuwahl nutzen wird, will sich Salemi noch überlegen. Doch es sei für ihn wichtig, jene Wähler zu halten, die für ihn gestimmt haben. „Dass sie auf jeden Fall noch einmal zur Wahl gehen – und nicht sagen: Der gewinnt ja sowieso.“

Auch für den Zweitplatzierten Christian Weber ist klar, dass er weitermacht. „Es ist noch alles offen, und ich bin zufrieden mit dem Ergebnis.“ Trotz des Stimmenabstands zu Daniel Salemis Ergebnis. Denn auch sein Stimmenabstand zu den weiteren Kandidaten könne sich sehen lassen, meint Weber. „Auch wenn ich gehofft hatte, näher an die 50 Prozent heranzukommen.“ Aber er freue sich über die Wahlbeteiligung und mache sich Gedanken, wie er die Zeit bis zum 14. Februar nutzen möchte. „Mal sehen, welche Kandidaten bis dahin noch dabei sind.“

Genau das will sich Walter Gerstlauer zunächst „in Ruhe überlegen“. Er habe das Ergebnis „zur Kenntnis genommen“. Doch für ihn breche damit keine Welt zusammen: „Ich arbeite gern in meinem Beruf.“ Es habe sich gezeigt, dass die Wähler die Ideen und Konzepte eines Verwaltungsfachmanns favorisieren, deutet Gerstlauer die Zahlen. „Respekt jedenfalls für das Ergebnis von Daniel Salemi und Christian Weber – ich gratuliere ihnen.“

„Ich überlege mir noch, ob ich weitermache“, sagte Ragnar Holz ebenfalls direkt nach der Wahl. Deren Ergebnis sei von der Tendenz her so, wie er es nach den zurückliegenden Veranstaltungen erwartet hätte: „Nur nicht so deutlich.“ Aber er habe aus zeitlichen Gründen eben keinen so intensiven Wahlkampf führen können wie seine Mitkandidaten. Und andere Dinge wie etwa Plakatieren habe er gar nicht machen wollen. „Wenn man die vielen Plakate in Langenau sieht, meint man fast, es gehe um die Bundestagswahl.“ Ein Grund für Holz, doch noch in den zweiten Wahlgang zu gehen: „Wenn ich dabei bleibe, dann schon allein deshalb, damit der Wähler eine Wahl hat – Demokratie lebt schließlich von der Auswahl.“

Als einzige der Kandidaten hat Gabriele Buck die Wahl nicht persönlich im Rathaus verfolgt. „Ich war jedenfalls die beste Frau“, kommentierte sie das Ergebnis am Telefon gegenüber der SÜDWEST PRESSE. Doch sie sei „enttäuscht von den Langenauern“, für die sie als Gemeinderätin der Stadt „viel gearbeitet habe in den vergangenen Jahren“. Ob sie beim zweiten Wahltermin in drei Wochen wieder mit dabei ist, ließ Gabriele Buck offen: „Dazu sage ich heute abend nichts.“

Wie es generell weitergeht, hatte kurz zuvor im Rathaus Wahlleiter Hans Frowein vom Langenauer Ordnungsamt erklärt: Der Gemeindewahlausschuss stelle am Montag bis 18 Uhr für den ersten Wahlgang das offizielle Ergebnis fest, welches am kommenden Donnerstag im Gemeindeblatt öffentlich bekannt gemacht werde. Grundsätzlich könnten sich für den zweiten Wahlgang die bisherigen, aber auch neue Kandidaten für das Amt des Bürgermeisters in Langenau bewerben. Die Einreichungsfrist beginne am Montag und ende am Mittwoch, 27. Januar, um 18 Uhr. Die öffentliche Bekanntmachung der zugelassenen Bewerbungen, welche ebenfalls der Gemeindewahlausschuss prüfe, erfolge am Donnerstag, 4. Februar.

„Wer sich für die Briefwahl Unterlagen angefordert hatte, bekommt auch für die zweite Wahl Unterlagen zugeschickt“, so Frowein. Im übrigen reiche am 14. Februar eine einfache Mehrheit der Stimmen für den Sieg: „Wer die meisten Stimmen bekommt, der wird’s.“

  
 

Ein Kommentar von Matthias Stelzer: Einen Sieger gibt es schon

Die große Überraschung blieb aus. Langenau hat noch keinen Bürgermeister gewählt. Doch dafür gibt es mit Daniel Salemi nun einen echten Favoriten für die Stichwahl am 14. Februar. Der 38-jährige Niederstotzinger Hauptamtsleiter hat es mit 46,4 Prozent der abgegeben Stimmen fast auf Anhieb gepackt. Gut 230 Stimmen fehlten ihm zum Sieg.

Einen echten Sieger brachte der Wahlgang dennoch hervor: Der Souverän, die Langenauer Wählerinnen und Wähler, hat ein tadelloses Ergebnis hingelegt. Die Wahlbeteiligung von 57,7 Prozent kann sich sehen lassen. Selbst in kleineren Kommunen ist es längst nicht mehr üblich, dass sich über die Hälfte der Wahlberechtigten beteiligt. Es ist den Langenauern, das hat sich schon bei den Kandidatenvorstellungen und Podiumsdiskussionen gezeigt, eben nicht egal, wer Wolfgang Mangold nachfolgt.

Seit beinahe 32 Jahren leitet er die Geschicke der Stadt – erfolgreich und anerkannt. Wer immer ihm nachfolgen wird, muss sich abseits der großen Fußstapfen einen eigenen Weg suchen. Gilt es doch das Wohl der Kernstadt und die Bedürfnisse der selbstbewussten Stadtteile auch künftig in Balance zu halten und Langenau als Zentrum des nördlichen Alb-Donau-Kreises weiter zu stärken.

Eine Aufgabe, für die der künftige Schultes ein robustes Bürgermandat brauchen kann. Vielleicht gibt es in drei Wochen ja noch eine Wahlbeteiligung von über 60 Prozent!

2 Kommentare

25.01.2016 21:18 Uhr

"Selbst Initiative ergreifen um dem eigenen Favoriten auf den letzten Metern zu unterstützen und um...

Herr Salami hat mit 46,4 Prozent der Wählerstimmen in der ersten Wahl stark abgeschnitten, jedoch wäre es bei der Neuwahl am 14. Februar 2016 meiner Meinung nach nicht ein relevanter Stimmgrund zu sagen "Ich möchte den Gewinner wählen".

Zu aller Erst steht der 'Gewinner' noch nicht fest.
Man sieht nun durch die Ergebnisse nur wie die Wählerstimmen in der ersten Wahl verteilt waren.
Diese Stimmverteilung kann sich jedoch nun in der Neuwahl noch verändern.
Zitat Herr Christian Weber: „Es ist noch alles offen" (Artikel der SWP von Markus Fröse vom 24.01.2016)

Es ist zwar vielleicht für einige persönlich angenehm, wenn sie ein Ergebnis sehen und sagen können: "Schaut, ich habe den Gewinner gewählt!", aber wäre es nicht angenehmer nach der Neuwahl sagen zu können: "Jetzt hat es zwar für meinen persönlichen Favoriten nicht geklappt, aber in der Politik gibt es immer Gewinner und Verlierer und ich bin trotzdem stolz auf ihn und ich kann auch auf mich stolz sein, da ich alles mir mögliche getan habe, um ihn zu unterstützen" ?
Und wie gesagt, der Gewinner der Neuwahl steht noch nicht fest, wäre es nicht sogar noch viel befriedigenderer sagen zu können: "Der Kandidat war zwar bei der ersten Wahl 'nur' auf dem zweiten Platz aber weil ich weiterhin hinter ihm gestanden bin, ihn gewählt habe und noch mehr Leute von seiner Kompetenz überzeugen konnte, hat er nun bei der Neuwahl sogar gesiegt" ?

Letzteres ist nicht mal so aus den Sternen gegriffen. Selbst als der derzeitig amtierende Herr Bürgermeister Mangold vor 32 Jahren zur Wahl antrat gab es in der ersten Wahl keine Mehrheitsentscheidung der Wähler und Herr Bürgermeister Mangold stand auch 'nur' auf Platz 2.
Bei der Neuwahl hat er sich trotzdem durchsetzen können und nun hat er erfolgreich den Wandel unserer Stadt in 4 Amtsperioden mitgestaltet.

Wäre das nicht ein Grund, selbst für seinen absoluten Favoriten noch etwas Wahlkampf im Bekanntenkreis zu machen um dadurch mehr Wahlberechtigte zu überzeugen ihn zu wählen und/oder überhaupt wählen zu gehen?
Ich finde schon!

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25.01.2016 21:25 Uhr

NACHTRAG 25.01.2016 21:25Uhr

NACHTRAG:
Bitte entschuldigen Sie vielmals, aber wie ich zu meinem verblüffen feststellen musste, wird leider die Überschrift meines Kommentars nicht vollständig angezeigt. Deshalb nun noch einmal:

"Selbst Initiative ergreifen um dem eigenen Favoriten auf den letzten Metern zu unterstützen und um die Wahlbeteiligung zu steigern!"

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